Mit zweierlei Maß – Über den medialen Umgang mit Pussy Riot und Assange

Nadeschda Tolokonnikowa von der Punk-Band „Pussy Riot“

Quelle: le Bohémien

Die rebellische Kritik am System Putin in einer russischen Kapelle machte die bis dato völlig unbekannte Punkband Pussy Riot im Westen auf einen Schlag zu Helden. Die Medien nutzen die Gelegenheit, um die russische Junta an den Pranger zu stellen, während in der westlichen Hemisphäre mit Julian Assange die eigenen Dissidenten verfolgt werden…

Die „Besonderheiten“ des russischen Systems aber sind trotz Gerhard Schröders tragisch-komischer Bemerkung, bei Putin würde es sich um einen lupenreinen Demokraten handeln, hinlänglich bekannt…
Im Grunde könnte die Geschichte banaler nicht sein. Da die Musikerinnen als Kulisse für ihren provokanten Auftritt eine orthodoxe Kapelle wählten, sind sie in Russland mit einem Straftatbestand konfrontiert, den es auch Hierzulande gibt: Die Störung der Religionsausübung kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren geahndet werden (Artikel 167, Stgb.). Und unabhängig davon, dass dies zweifelsohne für Putin eine Gelegenheit war, ein Exempel zu statuieren – einen ähnlichen Fall gab es auch schon in Deutschland.

Völlig übersehen wird zudem, dass die Mehrheit der Russen das Urteil gegen Pussy Riot – zwei Jahre Straflager – begrüßen. Der Widerstand gegen Putin ist weniger russisch als westlich…    weiterlesen…

Anmerkung WL: Man kann von Assange halten was man will, aber schon allein dass er das Video über die Jagd aus einem Kampfhubschrauber auf Zivilisten ins Netz gestellt hat, hat mehr über die Grausamkeit des Krieges der USA im Irak ausgesagt, als es tausende von Zeitungsartikeln vermocht hätten. Und wie die USA mit dem kleinen Bradley Manning, dem angeblichen Zuträger der Geheiminformationen an WikiLeaks umgehen, dem, wenn nicht die Todesstrafe so doch lebenslange Haft droht, macht es verständlich, dass Assange alles gegen eine Auslieferung an die USA unternimmt.

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