Die Treuhand – eine Geschichte von Glücksrittern und Ganoven

Quelle: Zeit Online

In „Goldrausch“ wird die Geschichte der Treuhandanstalt dokumentiert. Sie ist geprägt durch Bestechung, Betrug, Bereicherung.

Als die DDR verkauft wurde, konnte der Thyssen-Konzern alles kriegen, was er haben wollte. Daran erinnert sich Christoph Partsch, zu Beginn der neunziger Jahre Vertragsmanager bei der Treuhandanstalt. Mehr als zweihundert ostdeutsche Betriebe seien in den Besitz der Essener übergegangen. Mindestens ein Kauf endete in einem Riesenskandal. Thyssen soll, als der Konzern gemeinsam mit seinem Vertragspartner Elf Aquitaine die große Raffinerie in Leuna baute, die öffentliche Hand um Hunderte Millionen Mark Subventionen betrogen haben.

Es ist nur ein spektakulärer Fall von vielen, die der Film Goldrausch – Die Geschichte der Treuhand schildert. Immer wieder geht es um Bestechung, Betrug, Bereicherung, die Gier einiger auf die schnell gemachte Million und die tiefe Angst vieler um ihre nackte Existenz. Diese Geschichte hat alles, was ein guter Wirtschaftskrimi braucht. Nur dass sie in der Realität spielte, in der am Ende Tausende Betriebe geschlossen, mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze vernichtet und Millionen ihrer Existenz beraubt waren, während die Betrüger teils straffrei ausgingen. Mehr als zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung zeichnet die Dokumentation, deren Regisseur ungenannt bleiben will, nach, wie es dazu kommen konnte.

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Quelle: youtube

Anmerkung unseres Lesers S.P.: Der Film zeigt den Jubel der Ostdeutschen über Wiedervereinigung und Währungsunion und die Hoffnung der Bürgerrechtler, die ursprünglich durch die Treuhandgesellschaft allen DDR-Bürgern Anteile am Staatsvermögen überschreiben wollten, aber mit ihrem Plan scheiterten. Man sieht Politiker, die mit der Privatisierung der Staatsbetriebe ihre eigenen Interessen verfolgten oder von der neuen Marktwirtschaft schlicht überfordert waren; die Ganoven und Glücksritter, die im Osten schnell reich werden wollten; die empörten Arbeitnehmer, die sich von den neuen Chefs betrogen fühlten; und mittendrin die Beamten der Treuhand – manche ambitioniert und mit den besten Absichten, andere Betrüger wie die Investoren, mit denen sie gemeinsame Sache machten.

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