Hochfrequenzhandel bedroht Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte!

Quelle: DIW [PDF – 79.2 KB]

Am 1. August war es wieder einmal so weit. Die Knight Capital Group verlor durch eine Fehlfunktion eines ihrer Programme beim computerisierten Handel innerhalb von 45 Minuten rund 450 Millionen US-Dollar. Dadurch geriet der Börsenhändler in eine existentiell bedrohliche Lage und musste rasch durch eine Finanzspritze der Citadell LLC in Höhe von 500 Millionen US-Dollar vor dem Kollaps gerettet werden. Dumm gelaufen, könnte man sagen.

Allerdings können fehlerhafte Computerprogramme in einer immer mehr vernetzten Welt sehr schnell weitreichende Folgen haben. „Flash Crashs“, wie der am 6. Mai 2010, als ohne erkennbaren Grund plötzlich der Dow Jones Industrial Average Index innerhalb kurzer Zeit um 1 000 Punkte nach unten rauschte, haben nicht nur den Betreiber der fehlerhaften Software geschädigt. Ökonomen sprechen hier auch von negativen Externalitäten, die einzelne Marktteilnehmer anderen zufügen können. Ähnlich wie beim Umweltschutz durch unkontrollierte Emissionen von Schadstoffen in die Umwelt führen Funktionsstörungen von Handelssoftware einzelner Unternehmen zu massiven Schädigungen anderer Marktteilnehmer.

Offenbar gilt die Aussage von US-Großinvestor Warren Buffett, Finanzderivate besäßen das Potential von Massenvernichtungswaffen, auch für den derzeit weitgehend unkontrollierten Hochfrequenzhandel.

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