Wie man ein Medikament drastisch verteuert

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Quelle: SZ

Eine Pharmafirma nimmt ein bewährtes Krebs-Medikament vom Markt. Ist es unwirksam? Gefährlich gar? Nein, es scheint nur zufällig auch gegen Multiple Sklerose zu helfen. Und für diese Erkrankung lässt es sich weitaus lukrativer vermarkten.

Die Rechnung ist ganz einfach. Je größer das Leid und je mehr Hoffnungen mit einem Medikament verbunden sind, desto teurer wird es. Nicht die Produktionskosten, auch nicht die Forschungsmühen und erst recht nicht die ausgeklügelte Mixtur der Moleküle bestimmen, wie viel ein Arzneimittel kostet. Der Preis richtet sich vielmehr nach der Schwere der Krankheit, gegen die es eingesetzt wird. Ist die Aussicht auf Linderung berechtigt oder gar eine Lebensverlängerung dadurch möglich, wird das Geschäft besonders lukrativ… Das Mittel soll also jetzt vom Markt genommen werden, um es später teurer anbieten zu können. 

Dieses kleine Einmaleins der Pharmaindustrie müssen auch die Verantwortlichen der Firma Genzyme, eines Unternehmens der Sanofi Gruppe, in den vergangenen Monaten nochmals durchgegangen sein. Und ihr naheliegender Schluss lautete: Wir haben da ein Krebsmittel auf dem Markt, das sich in Zukunft als Arznei gegen Multiple Sklerose (MS) wahrscheinlich viel teurer verkaufen lässt. Anders ist die überraschende Marktrücknahme des Antikörpers Alemtuzumab, der unter dem Namen MabCampath seit 2001 im Handel ist, kaum zu verstehen.

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