Meinungsmache bestimmt das politische Leben. Hier der Blick auf die Manipulationen der Woche – Nr. 2

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Quelle: NachDenkSeiten

Heute ein zweiter Rückblick auf einige Beispiele von Meinungsmache in den vergangenen Tagen. Die Reaktion auf die erste Übersicht war ermunternd. Das ist verständlich. Viele NachDenkSeiten-Nutzer/innen sehen wie wir, dass viele politische Entscheidungen durch Meinungsmache vorbereitet oder gerechtfertigt werden und man diese Entscheidungen deshalb nur verstehen kann und oft auch voraussehen kann, wenn man beobachtet, wie und warum Meinung gemacht wird.

Mit gezielter, strategisch angelegter und wiederholter Meinungsmache wird in Deutschland beispielsweise dafür gesorgt, dass es kein alternatives politisches Bündnis geben kann, das der neoliberalen Ideologie nicht hinterher läuft. Also Beispiel (1) ein Artikel von Björn Hengst bei SPON; dann (2) die Schönung des Armutsbericht, dann (3) „Deutschlands Rentnern geht es so gut wie nie“, und dann (4) der Afghanistan Einsatz war ein Erfolg. Die meisten NDS-Leserinnen und Leser wissen, dass dies nur eine äußerst knappe Auswahl von Dutzenden von Manipulationen ist, die uns auch in den vergangenen acht Tagen wieder an der Nase herum geführt haben. Albrecht Müller.

1. Die einsamste Partei Deutschlands

Von Björn Hengst am 30. November 2012 auf Spiegel Online. Dort heißt es zum Einstieg weiter:
„Schwarz-Gelb, Rot-Grün, eine Große Koalition oder doch ein Bündnis aus Union, FDP und Grünen? Schon jetzt wird über mögliche Konstellationen nach der Bundestagswahl spekuliert. Nur eine Partei taucht dabei nicht auf: die Linke. Jetzt rächt sich die jahrelange Fundamentalopposition von Oskar Lafontaine.“
Björn Hengst ist der Prototyp des Kampagnenjournalisten – man könnte ihn auch einen PR-Journalisten nennen. Er lässt sich in Strategien der Meinungsmache einbauen. Im konkreten Fall geht es darum, dass die Möglichkeit eines Bündnisses einschließlich der Linkspartei und damit generell eines Bündnisses Links von CDU/CSU und FDP ausgeschlossen werden soll. Björn Hengst hat diese Aufgabe bei SpiegelOnline schon 2008 in der Kampagne gegen den Versuch Andrea Ypsilantis, in Hessen eine Koalition aus SPD, Grünen und Linkspartei auf die Beine zu stellen, übernommen. Hier zum Beispiel und hier.

Im konkreten Fall geht es wieder einmal darum, die innere Willensbildung bei der Linkspartei zu beeinflussen. Zu diesem Zweck wurde auch bei SpiegelOnline immer wieder getrommelt, Lafontaine und seine Gruppierung seien gegen eine Zusammenarbeit mit der SPD. Diese Botschaft wurde wahrheitswidrig entgegen der Bereitschaft sowohl in Hessen (siehe oben) als auch im Saarland und im Bund zusammen zu arbeiten, in die Köpfe gehämmert. Nachdem diese Botschaft ziemlich fest verankert ist, wird jetzt nachgelegt mit der Botschaft, die Fundamentalopposition des Oskar Lafontaine habe die Linkspartei einsam gemacht. Das zielt auf die innere Willensbildung der Linkspartei wie auch auf die allgemeine Öffentlichkeit.Bei Hengst bin ich mir nach eingehender Beobachtung ziemlich sicher, dass er direkt an einer PR-Agentur oder an den Strategen von Schwarz-Gelb dranhängt, also unter dem Einfluss ihrer Spin-Doktoren steht. Eindeutig fügt sich in Strategien ein, was von sich gibt.2. Der Armutsbericht wurde schön gefärbt, er wurde hemmungslos zensiertSiehe dazu unser Hinweis vom 29. November, und immerhin eine Reihe von kritischen Berichten und Kommentaren in den deutschen Medien zu diesem dreisten Versuch der Bundesregierung, die Lage eines größer werdenden Teils unseres Volkes zu beschönigen. Zur Abwechslung ein Hinweis auf die Nürnberger Nachrichten:Zynische Zensoren – Armutsbericht ist eine Ohrfeige für die BetroffenenQuelle: Nürnberger Nachrichten3. „Deutschlands Rentnern geht es so gut wie nie“

Diese Parole gründet auf einer Studie, die im Auftrag von Generali, also eines Versicherungsunternehmens, vom Allensbach Institut durchgeführt wurde. Hier einige Beispiele des Niederschlags in Deutschlands Medien.

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