Shitstorm gegen Amazon – jetzt droht ein Massenboykott

amazonQuelle: Focus

Eine ARD-Reportage hat bedenkliche Arbeitsbedingungen bei Amazon enthüllt. Auf Facebook befindet sich der Versandhändler inmitten eines Shitstorms: Viele der Nutzer sind selbst Kunden bei Amazon – und rufen jetzt zum Boykott auf.

Viele Amazon-Kunden reagieren online auf die am Mittwochabend ausgestrahlte Reportage der ARD. „Unmenschliches, profitmaximierendes Unternehmen. Ihr habt einen weiteren Kunden verloren“, schreibt ein Nutzer auf der Facebook-Seite von Amazon. Manche Nutzer gehen noch einen Schritt weiter und fordern auch andere Kunden auf, nicht mehr bei Amazon zu kaufen. „Solche Machenschaften kann man nur mit Boykott ahnden“ oder „Was ich auf ARD gesehen habe, ist erschreckend, und menschenunwürdig. Werde nie wieder was über Amazon Bestellen und ich hoffe, ihr werdet das Gleiche tun“ ist auf der Facebook-Seite des Versandhändlers zu lesen.

Anmerkung JB: Die Empörung in den sozialen Netzwerken ist nicht nur gerechtfertigt, sondern auch taktisch goldrichtig. Ein Konzern wie Amazon kennt nur eine Sprache, die des Geldes. Wenn Dokumentationen über grobe Missstände das Image eines Konzerns derart ramponieren und die Rendite mindern, ist es selbst für ein durch und durch amoralisches und nur auf Rendite getrimmtes Unternehmen von Vorteil, seine Mitarbeiter besser zu behandeln. Dann muss der „Shitstorm“ jedoch anhalten. Wenn bereits morgen die nächste Sau durchs virtuelle Dorf der sozialen Netzwerke getrieben wird, bleibt der Effekt womöglich unter der Schwelle, die einen Konzern zum Einlenken treibt.
Die NachDenkSeiten haben Ihre „Geschäftsbeziehungen“ zu Amazon aus eben diesen Gründen bereits im Jahre 2011 gekündigt. Sollten Sie nicht wissen, wie Sie Ihren Amazon-Account löschen, finden Sie hier eine übersichtliche Anleitung.

Und wie reagiert Amazon? Auf Facebook macht auf folgendes Bild, das ein Screencapture darstellen soll, die Runde: Siehe Bild links.

Die NachDenkSeiten können die Richtigkeit dieses Screencaptures nicht garantieren. Ich selbst fand im Cache der Suchmachine jedoch folgenden Facebook-Beitrag, der gestern früh von einem der Beteiligten via Facebook abgesetzt wurde:

Shitstorm gegen Amazon

Dies mehrt den Verdacht, dass auch die bereits kursierenden Screencaps authentisch sind. Zu Amazon würde dies passen, wie folgender Leserbrief nahelegt:

Quelle: Leserbrief von S. J.

Leserbrief von Frau S. J.

[…] Wenn die Bibliotheken nun Ihre Studenten gezielt zu Amazon führen, wird diese hochgelobte Dichte abnehmen. Man erinnere sich, dass Heidelberg auch mal die größte Dichte an Kinos hatte. Es schmerzt, wenn Leute mit enormer Vehemenz den Buchhändler als überholtes Relikt verteufeln und die Verlage mit ihrem E-Book-Wahn auf ein B2C-Geschäft hoffen (E-Books haben gerade mal 2% Marktanteil, Hörbücher 15%). Diese Stimmungsmache, die gegen den stationären Buchhandel und auch gegen die Ladenpreisbindung läuft, ist fatal. Die Fronten in der Diskussion sind so verhärtet, dass man sich gar nicht mehr traut, seine Position als Buchhändler zu erläutern. Und wenn, dann werden sie eh abgeschmettert.

Amazon ist der Buchhandel egal. Die Marge ist eh zu gering und erst kürzlich erschien das Ranking der einzelnen Marktanteile der Warensegmente: Auf der Überholspur Kleider und Unterhaltungselektronik. Hier ist die Gewinnspanne wesentlich höher.

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