Uli Hoeneß – Das arme Würstchen

Da war die heile Welt noch in Ordnung!

Da war die heile Welt noch in Ordnung!

Quelle: Rationalgalerie

Noch bevor die Justiz sich der Sache Uli Hoeneß so richtig annehmen konnte, wurde der Fall des Steuerhinterziehers und Präsidenten von Bayern München vor dem TV-Schnellgericht des Günther Jauch verhandelt. Neben einem zögerlichen Finanzminister aus Nordrhein-Westfalen saßen auch der Sportschau-Rentner Dieter Kürten, der Steuerbetrugs-Anwalt Kubicki und der Behelfs-Entertainer Oliver Pocher zu Gericht.

Zwar gab es keinen richtigen Freispruch, aber eine gehörige Portion Mitleid breitete sich aus: Ein Promi-Malus sei über den Würstchenfabrikanten hereingebrochen, er sei an den Pranger gestellt worden und überhaupt. Die Linie hatte die Kanzlerin vorgegeben: Traurig sei sie über den Herrn Hoeneß. Nicht sauer, wütend oder gar empört. Der Arme-Würstchen-Kurs war abgesteckt. Auch ihr Konkurrent, Peer Steinbrück, der heftig auf das Geldversteck Schweiz schimpfte, mochte sich nicht erinnern, dass Hoeneß sein Promi-Berater war, als er noch als Finanzminister Banken rettete. Ganz zu schweigen von den Sponsoren des Fußballvereins Bayern München: Telekom und Audi (VW), deren kräftige Staatsanteile sie zu einer Stellungnahme in der Steueraffäre hätten ermuntern können: Sie schwiegen. Man ließ die Finger vom heißen Würstchen.   weiterlesen…

Anmerkung unseres Lesers G.K.: Wenn Leute wie Hoeneß, die über deutlich mehr Vermögen verfügen, als sie realistischerweise jemals in ihrem Leben ausgeben können, den Rachen nicht vollkriegen, dann schalten unsere Medien bereits nach wenigen Tagen geheuchelter Empörung (der “Volkszorn” muß ja schließlich “kanalisiert” werden) auf den Verharmlosungs-Modus um: “Sind wir nicht alle kleine Steuer-Sünderlein?” Von dieser Verharmlosungsmasche zu Gunsten der in der gesellschaftlichen “Elite” angesiedelten Steuerhinterzieher können Arbeitslose, die den Staat mit vergleichsweisen “Peanuts”-Beträgen hintergehen, nur träumen: Diese dürfen nicht unter den medialen “Verharmlosungsschirm” schlüpfen, sondern werden als “Sozialbetrüger” oder “Sozialschmarotzer” gnadenlosan den Pranger gestellt.

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