Milliardäre in Blue Jeans

Quelle: TelepolisDie Superreichen

Chrystia Freeland kennt die Welt der Globalmilliardäre: Zwei Jahrzehnte lang hat sie die neuen Supereliten begleitet und erforscht

Pittsburgh war einer der Schmelztiegel von Amerikas vergoldetem Zeitalter. Als die industrielle Revolution hier Fuß fasste, war Andrew Carnegie über den Gegensatz „zwischen dem Palast des Millionärs und der Hütte des Arbeiters“ erstaunt. Menschen hatten nie in so frappant unterschiedlichen materiellen Verhältnissen gelebt, glaubte er, und das Ergebnis waren „strenge Kasten“, die in „gegenseitiger Unkenntnis“ und „gegenseitigem Misstrauen“ lebten.

Das 27-stöckige Hochhaus von Ambani-Familie in Mumbai, das eine Milliarde Dollar gekostet haben soll, ist nur rund zehn Kilometer von Dharavi entfernt, einem der berühmtesten Slums der Welt. Die Kluft zwischen diesen beiden Lebensstilen ist größer als alles, was Carnegie in Pittsburgh erleben konnte. Dasselbe gilt für den Unterschied zwischen Bill Gates‘ High-Tech-Haus mit dem Spitznamen Xandadu 2.0 auf einem Grundstück von 6200 Quadratmetern mit Blick auf den Lake Washington – in der Bibliothek des Hauses befindet sich eine Inschrift aus „Der große Gatsby“ – und den Wohnungen der Armen des Hauptstadtdistrikts, unter denen die Arbeitslosigkeit 2012 noch etwas höher als im nationalen Durchschnitt lag.

Dennoch, die korrekte Etikette unter den heutigen Superreichen, besonders unter dem am meisten bewunderten Stamm, der High-Tech-Elite der Westküste, ist das Bestreben, die persönlichen Vorteile ihres gewaltigen Reichtums herunterzuspielen. Im April 2010, als ihn Studenten vom Massachusetts Institute of Technology fragten, wie es sich anfühle, der reichste Mann der Welt zu sein, legte Bill Gates nahe, dass das keine große Sache sei. „Nun, der Grenzertrag zusätzlicher Dollar lässt tatsächlich nach“, scherzte er. „Ich habe noch keine Hamburger zu einem beliebigen Preis gefunden, die besser sind als die von McDonald’s.“ Sicher, es gebe schon einige große Vorteile, zum Beispiel mit einem Privatjet zu reisen, nach „ein paar Millionen oder so“ gehe es jedoch „nur noch darum, wie man es wieder zurückgibt“.   weiterlesen…

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