Fußball WM Katar: Über 450 indische Arbeiter 2012/2013 gestorben

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Quelle: Handelsblatt

Nach Angaben der indischen Botschaft in Katar sind in den beiden vergangenen Jahren insgesamt über 450 indische Arbeitskräfte in Katar gestorben, Dies berichtet die Nachrichten-Agentur AFP. Im Jahr 2012 wurden 237, in den ersten elf Monaten 2013 218 Todesopfer verzeichnet.

Der britische Guardian hatte zuvor bereits über Hunderte nepalesische Gastarbeiter, die im Emirat am Persischen Golf zu Tode gekommen waren, berichtet. Die indische Botschaft gab allerdings keine Details an, unter welchen Umständen die indischen Arbeitskräfte. umgekommen waren. Erst in der vergangenen Woche hatte Katar verkündet, neue Arbeitsrichtlinien, die internationalen Standards entsprechen sollen, in die Tat umzusetzen. Amnesty International und der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hatte bereits die Arbeitsbedingungen in Katar mehrfach angeprangert. Teilweise sollen die Arbeiter dort wie Sklaven behandelt worden sein. “Katar wählt offenbar den Weg, die moderne Sklaverei fortzusetzen. Dies ist die Wurzel für die unglaublich hohe Todesrate bei den Arbeitern”, teilte IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow AFP in einer Erklärung mit.
Der Weltverband FIFA hatte zuletzt den Eindruck vermittelt, dass er trotz der offenkundigen Menschenrechtsverletzungen an der Vergabe der Endrunde 2022 an Katar festhalten wolle. “Ein WM-Entzug wäre absolut kontraproduktiv”, hatte FIFA-Exekutivmitglied Theo Zwanziger nach der Anhörung zum Thema Katar vor dem Menschrechtsausschuss der Europäischen Union (EU) erst am vergangenen Donnerstag in Brüssel gesagt. Zwanziger verwies darauf, dass erst die WM-Vergabe die Zustände in Katar öffentlich gemacht habe. Die Welt am Sonntag hatte hingegen berichtet, dass die FIFA über eine Neuvergabe der WM-Endrunde 2022 nachdenke. Es sei eine “ernstzunehmende Option”, dass die WM beim Kongress im Frühjahr 2015 neu vergeben werde.

Anmerkung Orlando Pascheit: Es ist an der Zeit, dass unsere in Sachen Sotschi so meinungsfreudigen Medien sich endlich zur WM in Katar eine Meinung bilden. Oder sind sie etwa der Meinung Zwanzigers, wie toll es sei, dass die WM-Vergabe die Zustände in Katar erst öffentlich gemacht habe. Was für eine Öffentlichkeit würde erst die Rücknahme der WM-Vergabe herstellen. Ach ja, auch unser Bundespräsident könnte sein Scherflein beitragen und verkünden, dass er nicht nach Katar reisen würde.

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