Von der Feigheit der Christenmenschen

KreuzQuelle: Manager Magazin

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben nun also eine neue “Ökumenische Sozialinitiative” gestartet. Die hat den Titel “Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft” und soll bis zum 18. Juni “eine breite Diskussion über unsere Wirtschafts- und Sozialordnung” anstoßen…

Ärgerlich wird das Ganze, weil sich in die zehn Thesen der Sozialinitiative Axiome geschlichen haben, die eine ergebnisoffene Diskussion verhindern werden. Und weil diese Axiome und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen – nur leicht variiert – in allen zehn Thesen heruntergebetet werden. Grob zusammenfassen könnte man die zehn Thesen so: Die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland ist toll, auf jeden Fall moralisch höher stehender als das, was anderswo getrieben wird; natürlich muss man sie weiterentwickeln, ökologisch und so, und dabei darauf achten, möglichst viele durch Bildung und Erwerbsarbeit mitzunehmen; auf die kapitalistischen Auswüchse der letzten Zeit reagiert man am besten durch eine Stärkung der Verantwortungskultur und Ordnungspolitik; der demographische Wandel ist ein Riesenproblem, also müssen wir flexibler werden; und ceterum censeo ist es klar, dass hohe Staatsschulden vom Teufel sind…

Noch ärgerlicher wird es, wenn Haushaltskonsolidierung und Schuldenbremse gesegnet werden (aber natürlich “nicht auf Kosten der sozial Schwachen”), Sparer zu Märtyrern stilisiert werden (“Sozialethisch kritisch zu bewerten ist jedenfalls, dass die Sparer zur Zeit besondere Belastungen tragen müssen”) und vor der demographisch bedingten Renten-Apokalypse gewarnt wird. Da hilft es dann auch nicht, wenn man “ökologisch” oder “für die Armen” drüber kleistert – wer mit den Axiomen der Neoklassik anfängt, wird immer bei ihren Rezepten landen. Und damit könnte sich die Ökumenische Sozialinitiative auch gut als Unterseite der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft machen, vielleicht in einer Rubrik “Wertemanagement” oder “Values”.

Anmerkung WL: Eine solche Kritik im manager-magazin online! Siehe dazu auch „Ökumenische Sozialinitiative“: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!

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