Ein Sozialschmarotzer – was sonst?

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Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger

Wenn Hartz-IV-Empfänger als Schwarzarbeiter erwischt werden, nennt man sie oft „Sozialschmarotzer“. Dass Uli Hoeneß dieses Wort am ersten Tag des Steuerprozess nicht für sich gelten ließ, ist mehr als kühn.

Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann, verdient in seinem Leben in Deutschland durchschnittlich 1,3 Millionen Euro. Ist er Akademiker, darf er eine Million mehr erwarten. Die Zahlen sollte im Kopf haben, wer erfährt, dass Ulrich Hoeneß – Präsident des FC Bayern München und Wurstfabrikant – am Montag zum Prozessauftakt gestanden hat, er habe den Fiskus um 18, 5 Millionen Euro betrogen. Das ist nicht nur deshalb beachtlich, weil Hoeneß damit eine deutlich größere Beute gestanden hat als ihm in der Anklage zur Last gelegt wird: 3,5 Millionen Euro. Interessant ist vor allem, dass Hoeneß beteuerte, in den vergangenen Jahren fünf Millionen Euro gespendet und im letzten Jahrzehnt 50 Millionen Steuern gezahlt zu haben: „Ich bin kein Sozialschmarotzer.“

Das ist eine kühne Behauptung. Einer, der 50 Millionen Euro Steuern zahlt und damit 18,5 Millionen weniger, als er zahlen müsste, einer, der fünf Millionen Euro spendet und damit 13,5 Millionen Euro der Beute für sich behält, darf durchaus als Sozialschmarotzer angesprochen werden.

Anmerkung JK: Absolut treffend!

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