Der langsame Wandel zur Oligarchie geht weiter.

Flagge USA

Flagge USA

So die Einschätzung von Paul Krugman: „Sechs der zehn reichsten Amerikaner sind bereits Erben und nicht Unternehmer aus eigener Kraft, und die Kinder der heutigen Wirtschaftselite starten von einer Position enormen Privilegs.“

Wie der französische Ökonom Piketty anmerkt, ist die Gefahr einer Entwicklung zur Oligarchie real und berechtigt zu wenig Optimismus. … „Großer Reichtum kauft großen politischen Einfluss – und das nicht nur mittels Wahlkampfspenden. Viele Konservative leben in der intellektuellen Blase von Denkfabriken und ihnen angeschlossener Medien, die letztendlich von einer Handvoll extrem reicher Geldgeber finanziert werden. Es ist nicht sonderlich überraschend, dass die Leute in dieser Blase instinktiv unterstellen, gut für Amerika sei das, was gut für die Oligarchen ist. Albrecht Müller.Hier die Krugman-Kolumne zu Ihrer Information, verbunden mit einem dicken Dankeschön an Sabine Tober für die Übersetzung:

Wealth over Work – Reichtum über Arbeit
Paul Krugman, NYT , 23. März 2014
(Aus dem Englischen übersetzt von Sabine Tober )

Man kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass das Magnum Opus des französischen Ökonomen Thomas Piketty “Kapital im XXI. Jahrhundert” das wichtigste Wirtschaftsbuch des Jahres sein wird – möglicherweise sogar der Dekade.

Herr Piketty, der wohl weltweit bedeutendste Experte in Sachen Einkommens- und Vermögensungleichheit, beschränkt sich nicht darauf, die wachsende Konzentration von Einkommen in den Händen einer kleinen Wirtschaftselite zu dokumentieren. Er liefert auch einleuchtende Argumente dafür, dass wir uns auf dem Weg zurück zum ‘Erbkapitalismus’ befinden, in dem die Kommandobrücken der Wirtschaft nicht von Reichtum schlechthin, sondern von ererbtem Reichtum beherrscht werden, bei dem Geburt wichtiger ist als Anstrengung und Talent.

Herr Piketty räumt allerdings ein, dass es so weit noch nicht ist. Bisher beruht der Aufstieg von Amerikas 1 Prozent vor allem auf Managergehältern und Boni und nicht auf Erträgen aus Investitionen oder gar ererbtem Reichtum. Aber sechs der zehn reichsten Amerikaner sind bereits Erben und nicht Unternehmer aus eigener Kraft, und die Kinder der heutigen Wirtschaftselite starten von einer Position enormen Privilegs. Wie Herr Piketty anmerkt,” ist die Gefahr einer Entwicklung zur Oligarchie real und berechtigt zu wenig Optimismus”.

So ist es. Und wenn man sich sogar noch weniger optimistisch fühlen möchte, muss man sich nur ansehen, was viele US- Politiker jetzt vorhaben. Amerikas aufkeimende Oligarchie mag noch nicht voll entwickelt sein – aber eine unserer beiden großen Parteien scheint sich schon ganz der Verfechtung oligarchischer Interessen verschrieben zu haben.

Trotz der eifrigen Bemühungen vieler Republikaner, das Gegenteil zu beweisen, erkennen viele Leute, dass die derzeitige GOP die Interessen der Reichen über die der Normalbürger stellt. Es gibt aber wohl nicht so viele Leute, die auch erkennen, wie sehr die Partei die Gewinne aus Vermögen gegenüber Löhnen und Gehältern favorisiert. Und das ist es doch, was den Erbkapitalismus ausmacht, die Vorherrschaft von Erträgen aus Kapital, geerbt oder nicht, über Einkommen – die Dominanz von Reichtum über Arbeit.

Advertisements
Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s