Bertelsmann: Das Geschäft mit Bildung soll Milliardenumsatz bringen

Liz Mohn (Bertelsmann) an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel

Liz Mohn (Bertelsmann) an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel – Bildquelle: Google

Quelle: MEEDIA

Bertelsmann bilanzierte am Mittwoch mit 870 Millionen Euro das beste Konzernergebnis seit 2006.
Bildung sei ein “globaler Megatrend”, sagte Rabe, der dieses Wachstumsfeld zur Chefsache erklärt hat. Nach einem Investment in einen Fonds (University Ventures I) folgt nun eine Investition in den Nachfolgefonds, der größer und breiter aufgestellt sein wird. Der Umsatz mit Investitionen in Unternehmen, die im (digitalen) Bildungssektor unterwegs sind, soll in den kommenden 3 bis 5 Jahren eine Milliarde Euro erreichen.

Zu den Investitionsfeldern gehört die Medizinische Bildung sowie Online-Angbote in der “higher Education”, also bei der universitären Bildung. Die Bereitschaft der Menschen, für Bildungsangebote zu bezahlen (statt sie gratis in Anspruch zu nehmen), sei vorhanden. Margen von etwa 20 Prozent seien realistisch. Für 2014 kündigte Thomas Rabe eine “deutliche Umsatzsteigerung” und ein steigendes Ergebnis an.

Anmerkung WL: Wieder einmal ein plastisches Beispiel wie das Zusammenspiel von Bertelsmann Stiftung und Bertelsmann AG funktioniert. Da bereitet die Stiftung die Privatisierung der Bildung mit ihren Aktivitäten und Kampagnen vor, angefangen von der Selbstevaluation der Schulen, über die selbstständig Schule bis hin zur „unternehmerischen Hochschule“, einem Ranking bei dem das E-Learning ein wichtiges Kriterium ist und dann bietet der Konzern eben den zu „Kunden“ degradierten Studierenden die entsprechende Lernsoftware an.

“Langfristig soll Bildung für Bertelsmann zur dritten Säule neben Medieninhalten und Dienstleistungen werden”, sagte Vorstandschef Thomas Rabe bei der Vorstellung der Jahresbilanz. So soll ein dreistelliger Millionen-Dollar-Betrag in einen neuen Fonds gesteckt werden, der in Geschäfte mit Online-Studiengängen, Dienstleistungen für Universitäten sowie medizinische Aus- und Fortbildungen vor allem in den USA investiert, schreibt Spiegel Online. Siehe dazu „Goldader“ Bildung. Schon vor zwei Jahren sagte ich in einem Interview voraus:
„Ein zweistelliger Millionenbetrag ist für ein Unternehmen wie Bertelsmann, das über 15 Milliarden umsetzt, sozusagen „Spielgeld“, das man locker einsetzen kann, um Gewinnchancen auf dem „Bildungsmarkt“ auszuloten. Die Bertelsmann AG wettet sozusagen wie ein Investmentbanker darauf, dass der gerade auch von der „gemeinnützigen“ Bertelsmann Stiftung vorangetriebene Trend zur Privatisierung der Bildung sich verstärken wird.“

Advertisements
Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: