Hört endlich auf so zu tun, als sei das alles neu!

Quelle: Hamburger Abendblatt

Gewalt gegen Frauen wird nach den Ereignissen der Silvesternacht in Köln instrumentalisiert. Das ist unerträglich und lenkt vom Thema ab. Ich rege mich auf, schon seit Tagen. Darüber, dass plötzlich alle über sexualisierte Gewalt reden, als sei sie in der Silvesternacht erfunden worden. Als sei ein irrer Mob in Köln der Auslöser für sexuelle Belästigung von Frauen. Als hätte es den #Aufschrei nie gegeben. Und als hätte das Ganze auch nur im Entferntesten mit der deutschen Asylpolitik zu tun und sei nur in diesem Zusammenhang eine Debatte wert.
Blödsinn, Bullshit, Schluss damit!
Frauen werden jeden Tag belästigt, begrapscht, verhöhnt, in jeder Stadt sicher zigmal. Nicht nur an Silvester – und nicht nur in Köln, Hamburg und Berlin. Das passiert ständig. Mal ist es vielleicht mit einem „Lass das!“ getan, mal leider nicht. Sexualisierte Gewalt ist nicht neu – sie ist immer da. Oft genug geht sie unter. Aber kaum passt sie in die Argumentationslinie der vielen besorgten Burger, ist sie auf einmal gut genug, um darüber zu sprechen? Das ist kaum zu ertragen.
Die Täter sind groß und klein, alt und jung, manchmal sind es einzelne, manchmal mehrere, sie sind aus Potsdam genauso wie aus München, aus Prag genauso wie aus London, Rom, Istanbul und Tunis. Es ist völlig egal, woher sie kommen. Klar ist: Es sind Vollidioten, Arschlöcher, respektlose Chauvinisten. Ihre Herkunft oder Kultur als Rechtfertigung oder Erklärung für oder gegen sie zu verwenden, demütigt die Frauen noch mehr, denn es macht die Übergriffe zu etwas, das sie nicht sind: zu einem Politikum.

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Kommentare

  • alltagsfreak  On 10. Januar 2016 at 23:40

    Ich bin selber für Internationalismus und Völkerverbundenheit – jedoch diese Debatte im Zusammenhang mit Personen, die das Asylrecht mißbrauchen, um ihre barbarischen Moralvorstellung organisiert zu demonstrieren geraten so oder so in den Fokus. Unabhängig wer die Gewalt ausübt ist dies widerlich, dennoch sollte man hier handeln und die Drahtzieher abschieben. Es soll Platz für jene sein, die traumatisiert sind, Hilfe brauchen, die sich in einen Mindestmaß anpassen, ohne ihre kulturelle Indentität verlieren zu müssen.Wird nicht gehandelt ist das das Wasser auf den Mühlen rechter Kräfte! Hier sollten wir Härte zeigen und Signale setzen, dass dies nicht im Geringsten geduldet wrd!
    Und auch innerhalb der Bevölkerung sollten sexuelle Übergriffe generell härter bestraft werden.

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