Köln: „Das gehört auch an die Öffentlichkeit“

Quelle: WDR

Regina Schleheck war Silvester mittendrin am Kölner Hauptbahnhof. Drei Stunden stand die Leverkusenerin in der Menge. Auf Facebook postete die 56-Jährige, dass die Männer sich ruhig, achtsam und schützend verhalten hätten. Darauf folgte ein Shitstorm, der „unter die Gürtellinie“ geht, erzählt sie im Interview.

WDR: Wie haben Sie die Silvesternacht am Hauptbahnhof erlebt?

Schleheck: Es war eine ziemliche Ausnahmesituation. Der Bahnhof war eine ganze Weile gesperrt und es fuhren nur noch vereinzelt Züge. Im Bahnhof war ein ungeheures Menschenaufkommen. Ich kam von der Breslauerplatz-Seite rein und war da sehr lange in einem Pulk gestanden. Es wurde keiner mehr auf die Bahnsteige gelassen. Da war eine ungeheure Menge, insbesondere von Männern, die offensichtlich arabischstämmig waren. Ich konnte sie nicht genau zuordnen und auch die Sprache nicht verstehen. Ich war alleine unterwegs und es waren sehr wenige Frauen da. Das war schon eine etwas beängstigende Situation.

WDR: Wurden Sie belästigt und bestohlen?

Schleheck: Überhaupt nicht. Ich habe eine sehr gegenteilige Erfahrung gemacht. Die Männer sind sehr vorsichtig mit mir umgegangen und haben sich eher bemüht, mich ein Stück weit zu beschützen und die anderen auch wegzuschieben, die einfach durch dieses Massenaufkommen an mich rangedrängt wurden.

WDR: Ihre Beobachtung haben Sie bei Facebook gepostet. Was ist daraufhin passiert?

Schleheck: Zunächst gab es noch sachliche Kommentare, dann wurden die Stimmen immer empörter. Offensichtlich vermisste man, dass ich deutlicher hätte erklären müssen, dass da auch ganz schreckliche Dinge passiert sind – die ich aber nicht beobachtet habe. Dieser Beitrag ist dann fast 4.000 Mal geteilt worden und überall weiterverbreitet worden. Das hat natürlich einen ungeheuren Shitstorm ausgelöst, der über mich reingebrochen ist.

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