Vom Schicksal der Verdammten

Verantwortlich:

Laut Europol gelten allein in Europa mindestens 10.000 minderjährige Geflüchtete als vermisst. Diese Schätzung ist weiterhin sehr konservativ. Nach anfänglichen Randmeldungen liest und hört man mittlerweile jedoch nichts mehr davon. Sowohl die Medien als auch die Polit-Elite haben sich dazu entschlossen, dieses tiefgreifende Problem, welches die dunkelsten Seiten unserer Gesellschaft hervorbringt, zu verdrängen. Dabei muss man sich der Frage stellen, was mit all diesen Kindern passiert ist – und welchen kriminellen Machenschaften sie womöglich in die Hände geraten sind. Von Emran Feroz.

Anfang 2016 gab Europol bekannt, dass mindestens 10.000 geflüchtete, unbegleitete Kinder in Europa verschollen seien. Der Behörde zufolge verlor man die Spur von Tausenden von Kindern, nachdem sie in einem europäischen Staat registriert worden sind. Demnach verschwanden allein in Italien mindestens 5.000 Kinder, während man in Schweden von 1.000 Vermissten sprach. Auch in Deutschland sprach das BKA von 5.000 vermissten Flüchtlingskindern. Europol betonte in diesem Kontext, dass kriminelle Strukturen sich seit dem Beginn der sogenannten Flüchtlingskrise zunehmend auf Menschen mit Fluchthintergrund fokussieren und fügte hinzu, dass die Annahme berechtigt sei, dass weitaus mehr als 10.000 Kinder vermisst seien.

Laut der Menschenrechtsorganisation „Save the Children“ sollen schätzungsweise 26.000 unbegleitete Kinder im vergangenen Jahr Europa erreicht haben. Währenddessen geht Europol davon aus, dass rund 27 Prozent der Geflüchteten, die 2015 nach Europa kamen, Minderjährige gewesen sind. Dies würde einer Gesamtanzahl von 270.000 Kindern entsprechen. Laut der UN hat sich diese Zahl bereits erhöht. Ihren Schätzungen zufolge sind seit 2016 35 Prozent der Geflüchteten in Europa Kinder.

„Eine Schande“

Der Frage, was mit all den verschwundenen Kindern geschehen ist, will sich in diesen Tagen kaum jemand stellen. Dabei sind die Einschätzungen Europols eindeutig. Obwohl die Organisation einen sehr vorsichtigen Ton anschlug, stellte sie klar, dass wohl viele der Vermissten Opfer von sexuellem Missbrauch und Sklaverei geworden sind. Diese Annahme ist mehr als berechtigt. Die Ressource Mensch ist in diesem Zeitalter gefragter denn je, vor allem für kriminelle Organisationen. Opfer einer solchen Ausbeutung sind stets die Schwächsten der Gesellschaft – und niemand ist so schwach wie ein unbegleitetes, geflüchtetes Kind, dessen Identität – für die Kriminellen im besten Fall – unklar ist.

Seit Beginn der sogenannten Flüchtlingskrise hat sich eine neue, kriminelle Infrastruktur gebildet, die von den Migrationsbewegungen profitiert. Es sind aber nicht nur die gegenwärtigen politischen Umstände, von denen die Kriminellen profitieren. Es ist auch der Zeitgeist. Hilde Vautmans, EU-Parlamentsabgeordnete in der Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten in Europa brachte das wie folgt auf den Punkt:

„Diese bürokratische Gleichgültigkeit kann nicht unsere moralischen Standards bestimmen. Wenn ein Hund verloren geht, verbreiten die Menschen dringliche Nachrichten auf ihren Facebook-Seiten. Doch wenn wir der größten Anzahl von vertriebenen Kindern seit dem Zweiten Weltkrieg begegnen, gehen wir in einer Unzahl von [bürokratischen] Institutionen unter. Das ist eine Schande.“

Organhandel und Kinderprostitution

Eine Schande ist die gegenwärtige Gleichgültigkeit tatsächlich. Vor allem, wenn man in Betracht zieht, in was für kriminelle Strukturen die vermissten Kinder mittlerweile geraten sein könnten. Signifikant ist in diesem Kontext vor allem der Menschenhandel. Beobachtern zufolge agieren klassische Schleppergruppierungen immer mehr als kriminelle Netzwerke, die gezielt Jagd auf Menschen machen, um diese auf den Markt zu bringen. Der sexuelle Missbrauch sowie die Prostitution von Minderjährigen spielt in diesem Kontext eine besondere Rolle. Die wenigen, aktuellen Daten, die es diesbezüglich gibt, sind mehr als besorgniserregend.

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