Category Archives: Im Gespräch

KenFM im Gespräch mit: Hermann Ploppa „Hitlers amerikanische Lehrer“

Quelle: KenFM

„Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“

Dieser Satz steht unsichtbar über jedem Imperium. Die Botschaft ist eindeutig. Wer sich fügt, kann als Vasall ein mehr oder weniger passables Leben führen. Er kann als „Haussklave 2.0“ sogar eigene Ideen in die Machtpyramide einbringen. Was er nicht kann, ist Ansprüche stellen oder sich zu der Frage aufschwingen, wann denn mit dem Ende der Knechtschaft zu rechnen sei. NIE!

„Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“, bedeutet aber auch, dass das Imperium alles dafür tun muss, dass etwaige Alternativen gar nicht erst entstehen. Teile und Herrsche ist daher oberste Maxime eines Imperiums, will es ab einer bestimmten Größe stabil bleiben. Das erkannten die Römer, das Britische Empire und seit Ende des ersten Weltkrieges die USA.

Der Feind der USA war seit der Russischen Revolution vor allem der Großraum Eurasien. Hier waren die Kommunisten im Vormarsch. Wer sich die Landkarte ansieht, muss erkennen, dass hier auch der größte Teil der weltweiten Gas- und Ölvorkommen im Boden liegen. Wer über diese Bodenschätze die Kontrolle gewinnt, würde die Welt beherrschen, erkannte die Seemacht Großbritannien schon früh und entwarf daher die Herzlandtheorie, welche von den Strategen der USA schon deutlich vor dem ersten Weltkrieg als richtig erkannt wurde. USA und England sind beide nicht Teil der eurasischen Landmasse. Weiterlesen

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Menschen in Not muss geholfen werden

 

Heike Hänsel und Jan Korte

Heike Hänsel und Jan Korte

Im Interview der Woche sprechen die beiden stellvertretenden Vorsitzenden der Fraktion, Heike Hänsel und Jan Korte, über die Situation der Flüchtlinge in Deutschland und Europa. Scharf verurteilen sie das Gebaren verbaler Brandstifter und die Flüchtlingspolitik der EU. Teile der Bundesregierung, aus der CDU und aus der SPD, distanzierten sich nicht eindeutig von rechter Hetze, moniert Jan Korte. Heike Hänsel kritsiert die neue Abschottungspolitik der EU. 

Über eine Million Menschen sind in diesem Jahr als Flüchtende nach Deutschland gekommen. Einerseits werden sie vielerorts herzlich und mit viel Engagement insbesondere von Ehrenamtlichen in Empfang genommen. Andererseits sind sie Zielscheibe von Hass und Gewalt – geäußert in Brandanschlägen, Angriffen, Drohungen und Hassreden. Wenn Kanzlerin Merkel an ihrem „Wir schaffen das“ festhält, mag das realistisch sein hinsichtlich der Versorgungskapazitäten Deutschlands. Aber wie schaffen wir es als Gesellschaft, dem Druck von Rechts nicht nachzugeben?

Jan Korte: Das Problem ist nicht in erster Linie der Druck von rechts, sondern dass Vertreter sogenannter Volksparteien praktisch in vorauseilendem Gehorsam nach rechts gerutscht sind. Wenn ein sächsischer AfD-Funktionär hetzt ist das halb so wild, wenn er damit im Abseits steht und Widerspruch aus den demokratischen Parteien und aus der Gesellschaft erntet. Diesen Konsens der Demokraten haben aber Leute wie CSU-Chef Horst Seehofer nun verlassen. Teile der Bundesregierung, aus der CDU und aus der SPD, distanzieren sich nicht eindeutig von rechter Hetze, sondern reproduzieren das elende Gejammer und die Rechtfertigungen, warum sie Menschen in Not nicht helfen wollen. Das muss ein Ende haben. Spätestens angesichts der über 500 Brandanschläge auf Unterkünfte in diesem Jahr sollten alle Politiker mit funktionierendem Verantwortungsbewusstsein zurückkehren zum Konsens, mit Rassisten weder gemeinsame Sache zu machen noch deren Rhetorik zu teilen. Weiterlesen

„Zehn Konzerne entscheiden, wer verhungert“

Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler (78) ist ein kompromissloser Streiter.

Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler (78) ist ein kompromissloser Streiter.

Quelle: Klar – Ausgabe 28/ Steffen Twardowksi

Der UN-Experte und Globalisierungskritiker Jean Ziegler prangert an, dass jedes Jahr Millionen Menschen an Hunger sterben. Im Exklusiv-Interview mit Klar spricht er über die Macht der Konzerne, Spekulationen mit Nahrungsmitteln und das Versagen der westlichen Regierungen.

Laut World Food Report der UNO könnte die Weltlandwirtschaft heute problemlos fast zwölf Milliarden Menschen ernähren. Trotzdem hungern noch immer viele Menschen.

Jean Ziegler: Das Problem ist nicht die Produktion, sondern der Zugang zu Nahrungsmitteln. Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren, 57000 Menschen sterben an Hunger pro Tag. Doch zehn transkontinentale Konzerne beherrschen 85 Prozent des Welthandels mit Grundnahrungsmitteln. Sie sind die Täter, denn sie entscheiden jeden Tag durch Preispolitik, Transport und Silohaltung, wer isst und lebt oder hungert und stirbt. Wegen der Preisspekulationen auf Grundnahrungsmittel ist beispielsweise der Preis für Mais in den letzten fünf Monaten um 63 Prozent und für Reis um 31,8 Prozent gestiegen, der für die Tonne Weizen hat sich verdoppelt. Weiterlesen

„Schröder fand Gefolgsleute auch in den Gewerkschaften“ – Im Gespräch mit Ursula Engelen-Kefer

Gewerkschafter und ehemaliger Bundesarbeitsminister – Walter Riester (SPD)

Quelle: Wirtschaft und Gesellschaft

Zwar beschwören CDU und SPD die Notwendigkeit, die Altersarmut zu bekämpfen. Aber ob Zuschussrente von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) oder Solidarrente von Sigmar Gabriel (SPD) – in beiden Fällen hängen die „Trauben“ so hoch, dass die wirklich Bedürftigen sie gar nicht erreichen können. Außerdem ist dies nur die Reparatur nach dem Sündenfall der Riesterrente.

An der massiven Absenkung des Rentenniveaus ändert dies nichts. Die Zukunft der solidarischen Rentenversicherung mit Pflichtbeiträgen bleibt weiterhin gefährdet, wenn das Netto-Rentenniveau vor Steuern bis 2030 auf 43 Prozent absinkt – für den Durchschnittsverdiener über 45 Jahre wohlgemerkt, für viele mithin noch erheblich weniger… Weiterlesen