Tag Archives: Bankenkrise

Versteckte Staatshilfen für Großbanken

Notleidende Banken

Notleidende Banken

Quelle: Artikel von Harald Freiberger in Süddeutsche Zeitung online vom 27.01.2014, dokumentiert bei Sven Giegold

Systemrelevante Institute finanzieren sich günstiger, weil sie im   Ernstfall gerettet werden. Eine neue Studie beziffert diesen Vorteil   in Europa seit 2008 auf 1,33 Billionen Euro Europas Großbanken haben seit Ausbruch der Finanzkrise indirekte  Staatshilfen in Billionen-Höhe erhalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine   Studie, die die Grünen im Europäischen Parlament in Auftrag gegeben haben und die der SZ vorliegt. Die Studie errechnet erstmals eine  Gesamtsumme für die Vorteile, die sich für große Banken daraus ergeben, dass sie systemrelevant sind und Staaten sie im Falle einer Insolvenz retten müssen. Dadurch können sich solche Banken günstiger finanzieren als kleinere Institute: Wenn sie eine Anleihe herausgeben, zahlen sie Anlegern dafür niedrigere Zinsen, da für diese das Risiko entfällt, dass die Bank pleitegeht und die Anleihe nicht zurückgezahlt wird. Es kommt einer kostenlosen staatlichen Garantie gleich…

7 Milliarden «aus dem Arsch gezogen»

Bildquelle: Google

Bildquelle: Google

Quelle 1: Handelszeitung CH
Quelle 2: Listen to the full Anglo recordings, The Indpendent

Interne Gespräche zweier Spitzenbanker der mit 30 Milliarden Euro geretteten Anglo Irish Bank triefen vor Verachtung gegenüber den Steuerzahlern. Aufnahmen zeigen: Die Banker betrogen ganz bewusst.
Nun veröffentlichte die irische Zeitung «Irish Independent» Telefongespräche, die Chefbanker der Anglo Irish Bank im Angesicht der Bankenkrise im September 2008 führten. Der Inhalt dieser Gespräche ist haarsträubend.

So sprach der damalige CEO David Drumm nach dem Bailout offen über den «Missbrauch» der Bankgarantie, riet den Kollegen aber, sie sollten sich nicht erwischen lassen. Drumm konnte auch herzhaft kichern, als ein Mitarbeiter anfing die deutsche Hymne zu singen, weil Deutschland Millionen für die irische Bankenrettung locker machte…
Die Anglo-Bosse hatten einen perfiden Plan: Sobald sich der Staat engagiert, gibt es für ihn kein Zurück mehr, immer weitere Milliarden würden fließen.

Anmerkung WL: Ganz ähnlich dürften die Gespräche zwischen den Banken auch bei den Gesprächen über die Stützung der Hypo Real Estate im Jahre 2008 im Dienstsitz der BaFin in Frankfurt gelaufen sein. Siehe dazu noch einmal das Protokoll der damaligen Krisensitzung [PDF – 1.9 MB]. Dabei sollte der Bund und damit der Steuerzahler zunächst für eine Bürgschaft von 26,6 Milliarden Euro gerade stehen, während die Banken mit maximal 8 Milliarden Euro ins Obligo gingen. Schon eine Woche danach war klar: Das Geld reicht nicht. Insgesamt wurde der Garantierahmen schließlich auf 142 Milliarden aufgestockt. Die Banker werden sich ins Fäustchen gelacht haben, wie sie die Politik über den Tisch ziehen konnten.

Interview: “Man hat überhaupt nicht vorgehabt, Griechenland zu retten”

Gläübigerstruktur GriechenlandsQuelle: arte

Die Globalisierungskritiker von Attac Österreich haben scharfe Kritik an den EU-Rettungsprogrammen für Griechenland erhoben – und sie mit konkreten Zahlen belegt. Lisa Mittendrein ist Mitglied des Vorstandes von Attac Österreich und eine derjenigen, die für den Bericht verantwortlich zeichnen. ARTE Journal hat sie dazu befragt.

Zentrale These ihres Berichts ist: Die EU-Krisenpolitik rettet Banken, aber nicht die Menschen in Griechenland? Wie kamen Sie zu dieser These?

Lisa Mittendrein: Wir haben nachverfolgt, was mit den über 200 Milliarden Euro öffentlichen Geldern passiert ist, die nach Griechenland geflossen sind, im Rahmen der so genannten EU-Hilfspakete. Die Ergebnisse sind nicht wirklich neu, (neu ist), dass es wirklich nachvollziehbar ist, es gibt bisher keine Aufstellungen, was mit dem Geld passiert ist. Und wir zeigen, dass dieses Geld nicht dem griechischen Staat oder der griechischen Bevölkerung zugute gekommen ist – der schon gar nicht – sondern vor allem europäischen Banken und anderen Finanzinstitutionen.   weiterlesen…

Politiker in der Finanzkrise – Interviews zum Thema Rente, Pflege, Banken und soziale Unsicherheit

Danke, Deutschland.

Danke, Deutschland.

Quelle: ngo-online

Unter dem Titel „Das Märchen der Deutschen“ hat der Journalist und Dokumentarfilmer Ralph T. Niemeyer Bilder aus der sozialen Realität in Deutschland den Äußerungen von zuständigen Politikern und Experten gegenübergestellt. Er fragte Renate Künast, ob nicht vor allem die Banken von den Rettungsfonds profitieren; er fragte Frank-Walter Steinmeier, ob er es bedauere, seinerzeit die Hedegfonds nach Deutschland eingeladen zu haben; er fragte EU-Präsident José Manuel Barroso, ob es nicht an der Zeit sei, die Banken ein wenig leiden zu lassen. Und zeigt, wie sie sich herausreden. Weiterlesen