Tag Archives: Deutsche Bank

So viel Wahrheit steckt in Wagenknechts Banken-Bashing

Sarah Wagenknecht - Foto: nd/Camay Sungu

Sarah Wagenknecht – Foto: nd/Camay Sungu

Quelle: SPIEGEL

“Verluste werden sozialisiert, Gewinne privatisiert”, kommentiert Sahra Wagenknecht die Politik nach der Krise. Die SPIEGEL-Dokumentation macht den Faktencheck: Ergibt sich die hohe Staatsverschuldung aus der Sozialisierung privater Verluste?

Sobald die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren ihre Geschäftsergebnisse, mal besser, mal schlechter, verkündete, meldete sich Sahra Wagenknecht zu Wort. Gewinne der Deutschen Bank, so Wagenknecht, gäbe es nicht ohne den Steuerzahler. Ohne die Rettung der Hypo Real Estate oder die Bankenrettung in Irland und Spanien wäre die Deutsche Bank pleite.

“Verluste werden sozialisiert, Gewinne privatisiert”, mit diesem Prinzip müsse “endlich gebrochen werden”. Mit solchen Worten forderte die prominente Linke die Überschüsse der Deutschen Bank für die Allgemeinheit ein. Folgen wir der Logik dieses nicht nur unter Marxisten beliebten Schlagworts, dann müssten wir in einer immer höheren und stärker risikobehafteten privaten Verschuldung und den daraus im Laufe der Zeit immer wieder resultierenden staatlichen Stützungs- und Rettungsaktionen eine wichtige Ursache für ansteigende öffentliche Schulden sehen.

Eine im Februar im Aushängeschild deutscher bürgerlicher Ökonomie, dem “German Economic Review”, publizierte Untersuchung scheint nun genau diese alte linke Folgerung empirisch zu bestätigen. […]
Fazit: Neue Studien zeigen, dass die private Verschuldung in den vergangenen 140 Jahren weitaus stärker angestiegen ist als die staatliche, und verweisen auf den privaten Sektor als den Hauptverantwortlichen für die wiederkehrenden Finanzkrisen. In der Folge erscheint die seit 1970 international stark anwachsende Staatsverschuldung zu einem nicht unwesentlichen Teil – aber natürlich nicht allein – als das Ergebnis privater Verluste. In dieser Hinsicht haben die Linken recht, selbst wenn man ihre politischen Folgerungen nicht teilen mag.
Note: Zwei rote Sterne für Sahra Wagenknecht

Anmerkung unseres Lesers J.A.: Ein positives Urteil – erstaunlich genug.

Ergänzende Anmerkung RS: In der Tat erstaunlich, aber nicht ohne abfällige Formulierungen im Bezug auf Wagenknecht und die Linken, wie z.B. „Wagenknechts Banken-Bashing“.

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Chinas Elite hortet Geld in Steueroasen

Flagge der KP Chinas

Flagge der KP Chinas

Quelle: SZ

Chinas Machtelite wickelt offenbar seit etlichen Jahren heimlich und in großem Stil lukrative Geschäfte über Steueroasen ab. Auch nahe Verwandte wichtiger chinesischer Politiker steuern Transaktionen über anonyme Briefkastenfirmen in der Karibik. Das geht aus bislang vertraulichen Unterlagen – den sogenannten Offshore-Leaks-Daten – hervor.

In den Dokumenten tauchen neben dem Schwager des amtierenden Staatschefs Xi Jinping auch der Sohn, die Tochter und der Schwiegersohn von Ex-Premierminister Wen Jiabao auf. Der Name der Tochter des früheren Premiers Li Peng steht ebenso in den Unterlagen wie der Name eines Neffen zweiten Grades von Ex-Staatschef Hu Jintao. Selbst der Name eines der Schwiegersöhne des einstigen Reformers Deng Xiaoping findet sich in den Papieren. Zudem sind etliche Mitglieder des Nationalen Volkskongresses gelistet, genauso wie einige der reichsten Männer und Frauen des Landes sowie Führungskräfte staatlicher Unternehmen, die in Korruptionsskandale verwickelt waren. Weiterlesen

Verstrickungen deutscher Finanzinstitute müssen untersucht werden

Sahra-Wagenknecht

Sahra-Wagenknecht

Quelle: Sarah Wagenknecht

„Die jetzt aufgetauchten Dokumente zu den Offshore-Leaks belegen die bisherige Tatenlosigkeit der Bundesregierung. Es reicht nicht, dabei zuzusehen, wenn Luxemburg jetzt endlich das Bankgeheimnis lockern will“, kommentiert Sahra Wagenknecht, stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE, die anhaltende Diskussion zu den Offshore-Leaks.

Die Fraktionen des Bundestags sollten ihren Willen zur Bildung eines Untersuchungsausschusses erklären, um die Verstrickungen der deutschen Banken, insbesondere der Deutschen Bank, in das internationale Netzwerk zur systematischen Steuerhinterziehung restlos aufzuklären. Weiterlesen

Offshore-Leaks – Geheime Geschäfte in Steueroasen enttarnt

Bildquelle: Google

Bildquelle: Google

Quelle: SZ

Wer steckt wirklich hinter zwielichtigen Briefkastenfirmen? Eine anonyme Quelle hat der SZ und anderen internationalen Medien einen Datensatz mit 130.000 Namen zugänglich gemacht. Experten sprechen vom “größten Schlag gegen das große schwarze Loch der Weltwirtschaft”…

130.000 Personen aus mehr als 170 Ländern werden in den Unterlagen aufgelistet. Darunter sind Oligarchen, Waffenhändler und Finanzjongleure. Auch Hunderte deutsche Treffer finden sich in den Daten; einen Überblick wird die SZ in den kommenden Tagen geben. Prominentester Fall ist der in Franken geborene Gunter Sachs. Die Datenmenge aus insgesamt zehn Steueroasen umfasst 260 Gigabyte, es handelt sich um insgesamt 2,5 Millionen Dokumente. Die Enthüllungen bieten einen bislang unbekannten Einblick in einen Zweig der Finanzindustrie, der von totaler Diskretion lebt.

Anmerkung WL: Es gab immer wieder Studien wie etwa die des ehemaligen McKinsey-Managers James Henry, die errechneten, dass Billionen(!)-Beträge in Steueroasen verschwinden. Schon seit Jahren und sehr häufig haben wir auf den NachDenkSeiten auf diesen Skandal hingewiesen. Immer dann, wenn z.B. bei Zumwinkel ein Fall öffentlich wurde, dann gab es einige Woche lang Empörung in den Medien und sogar in der Politik, aber passiert ist nichts. Der Grund ist relativ naheliegend:

Die betreffenden Steuerhinterzieher und Schwarzgeld-Verschieber sind so gut mit den politischen Eliten vernetzt, dass sie den nötigen Einfluss haben, um gesetzliche und kriminaltechnische Maßnahmen zu ihrer Verfolgung zu verhindern. Weiterlesen