Tag Archives: Eurokrise

NDS Videopodcast 13/05 Leser fragen

Verantwortlich:

In diesem Videopocast beantworten die NachDenkSeiten Fragen ihrer Leser. Heute geht es um Auswege aus der Eurokrise.


Hauptadresse: http://www.nachdenkseiten.de/

Artikel-Adresse: http://www.nachdenkseiten.de/?p=16187

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NDS Videopodcast 12/03 Leser fragen

Verantwortlich: Jens Berger

In diesem Videopocast beantworten die NachDenkSeiten Fragen ihrer Leser. Heute geht es um die Frage, an wen in der Eurokrise eigentlich die Gelder aus den Rettungspaketen fließen.


Hauptadresse: http://www.nachdenkseiten.de/

Artikel-Adresse: http://www.nachdenkseiten.de/?p=15467

Bochum ist überall

Pkw-VerkäufeQuelle: NachDenkSeiten

Philipp Rösler ist „sauer“ auf das Management von General Motors und auch der deutsche Blätterwald schießt scharf in Richtung Detroit, während die Kanzlerin beharrlich schweigt und die Tagesschau sich über die Berichterstattung der amerikanischen Medien echauffiert.

Die öffentliche Diskussion hierzulande erinnert immer mehr an die berühmten drei Affen – nichts sehen, nichts hören und nichts Unbequemes sagen. Dabei ist die angekündigte Schließung des Opel-Werks in Bochum nur ein weiterer Mosaikstein in der tiefgreifenden Wirtschaftskrise, in die nicht zuletzt die deutsche Regierung den Euroraum manövriert hat. Von Jens Berger

Glaubt man dem deutschen Blätterwald ist das Bochumer Opel-Werk ein Opfer von Managementfehlern. Für die Süddeutsche Zeitung sind beispielweise der López-Effekt, eine schlechte Informationspolitik und das US-Management maßgeblich für den angekündigten Tod der Automobilproduktion in Bochum verantwortlich. Und die Süddeutsche ist mit ihrer Interpretation keineswegs allein. Doch Bochum ist überall. Das belgische Bochum heißt Genk, dort schließt der Automobilkonzern Ford Ende 2014 sein Werk und schickt 4.300 Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit. In Großbritannien werden bereits im nächsten Jahr die Ford-Werke in Southampton und Dagenham die Tore schließen. Das polnische Bochum heißt Tychy, dort baut der italienische Konzern Fiat nun im ersten Schritt 1.500 Stellen ab. Auch die französische PSA-Group (Peugeot und Citroen) wird bis Mitte 2014 11.000 Arbeitsplätze in der Produktion abbauen, während der schwedische Automobilbauer Volvo die Kurzarbeit eingeführt hat und die Verträge für Leiharbeiter nicht verlängern will. Sind tatsächlich Managementfehler für all diese Horrornachrichten verantwortlich? Weiterlesen

Joseph Stiglitz: „Ein gemeinsames Gefängnis ist keine Vision“

Europa bröckelt!

Quelle: taz

Sparen allein reicht nicht aus, hält der Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) entgegen: “Ich schlage vor, dass die Mitglieder der Eurozone gemeinsame Staatsanleihen herausgeben. Durch die Garantie aller würden die Zinsen sinken, die Griechenland oder Portugal an den Rand des Bankrotts drängen. Zum Vergleich: Wenn nicht die US-Regierung Staatsanleihen herausgeben würde, sondern jeder einzelne Bundesstaat, wäre Kalifornien längst pleite. … Grundsätzlich sollte eine Zentralbank nicht die Regierungen finanzieren. Im Augenblick allerdings ist es ratsam, eine Ausnahme zu machen.

Wobei die EZB gegenwärtig den falschen Weg beschreitet. Für die Demokratie ist es nicht gesund, wenn die Zentralbank den Banken hunderte Milliarden Euro zu Niedrigzinsen leiht und die Institute diese Mittel für viel höhere Zinsen an die Regierungen weitergeben. So verdienen die Banken Milliarden, worüber die Steuerzahler zu Recht sauer sind. Viel besser wäre es, wenn die EZB die Staatsanleihen den Staaten direkt abkaufen würde – ohne Umweg über die Banken. … Europaweites Sparen reicht nicht aus, um die Krise zu überwinden. Und dafür braucht man auch mehr Geld. Das ließe sich erreichen, indem die Bundesregierung einerseits die Nachfrage stärkt. Eine Umverteilung von Einkommen von oben nach unten mittels der Steuerpolitik und stärkere Lohnerhöhungen als im vergangenen Jahrzehnt wären richtige Maßnahmen. Helfen können außerdem öffentliche Investitionen in Infrastruktur, Bildung und eine klimafreundliche Energieversorgung. Hier kommt die Solidarität wieder ins Spiel. Man muss in Europa gemeinsam überlegen, welche Maßnahmen in welchem Land am sinnvollsten sind. … eine intensivere Kooperation in Europa bedeutet mehr als finanzielle Handschellen. Ein gemeinsames Gefängnis zu bauen ist keine politische Vision. Dazu gehören ein Sozialpakt zwischen Regierungen und Bürgern, eine abgestimmte Finanzpolitik und gemeinsame Institutionen.