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“Sehe mich nicht in der Lage, weitere Absagen entgegenzunehmen”

arbeitslos stempelQuelle: Süddeutsche.de

Wenn Absage auf Absage folgt, verliert selbst der motivierteste Bewerber irgendwann die Geduld. Ein Lehrstellensuchender hat deshalb einem Arbeitgeber einfach schriftlich sein Kommen angekündigt – obwohl ihn die Firma zuvor abgelehnt hatte.

Die Jobsuche kostet Zeit, Geld, aber vor allem: Nerven. Wer mag es da irgendjemandem verdenken, wenn sie/er selbige nach dem x-ten Misserfolg verliert und zurückschlägt. Auf kreative Weise hat das ein Lehstellensuchender getan – und eine Absage auf die Absage formuliert. Dabei wahrt der Verfasser aber durchaus die Regeln der Höflichkeit. In dem anonymisierten Schreiben heißt es:

Sehr geehrte Frau _,

vielen Dank für Ihren Brief vom 25. März. Nachdem ich sorgfältig über Ihre Absage auf meine Bewerbung nachgedacht habe, bin ich leider zu dem Entschluss gekommen, Ihre Absage nicht akzeptieren zu können. Ich habe dieses Jahr eine hohe Anzahl Absagen erhalten und sehe mich leider nicht in der Lage, weitere Absagen entgegennehmen zu können.

Ein Foto des Schreibens fand seinen Weg ins soziale Netzwerk Facebook, wo es seit der Erstveröffentlichung im Blog Kraftfuttermischwerk tausendfach geteilt und geliked wurde. Allein knapp 30.000 Menschen bewerteten den entsprechenden Eintrag des SZ-Magazins bislang mit “Daumen hoch”.
Das liegt neben der genial-dreisten Idee sicher auch am Ton des Briefs: Er karikiert und imitiert jene zynisch-freundlichen Floskeln, die in Job-Absagen üblich sind. So fährt der frustrierte Lehrstellenbewerber fort:

Trotz Ihrer freundlichen, vorgeschriebenen Absage, entspricht sie momentan nicht meinen Bedürfnissen – daher bedauere ich Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich die Lehrstelle als Kaufmann bei Ihnen am 18. August antreten werde.

Ich freue mich schon darauf, Sie persönlich kennenzulernen.

Google und Facebook – gefährliche Datenkraken oder Blender? Ein Selbstversuch

Edward Snowden

Edward Snowden

Quelle: NachDenkSeiten

Mittlerweile dürfte es sich bereits bis zum arglosesten Internetnutzer herumgesprochen haben, dass die Dienste der beiden Internetgiganten Google und Facebook im großen Maßstab Nutzerdaten speichern und zu einem Profil zusammenfügen, das von ihnen vor allem zu Werbezwecken genutzt wird. Welche Daten dieses Profil erhält, lässt sich über die gut versteckte Selbstauskunftsfunktion dieser Dienste in Erfahrung bringen. Das Ergebnis lädt dabei zunächst zum Schmunzeln ein. Erst beim zweiten Blick offenbart sich die Gefahr der gesammelten Daten – vor allem dann, wenn Geheimdienste Zugriff auf die Daten haben. Von Jens Berger.

Es gibt eine goldene Regel für Internetdienstleistungen, die leider nur wenigen Nutzern wirklich bekannt ist: Kostet ein Dienst nichts, dann bist Du die Ware. Der Umkehrschluss ist hierbei übrigens leider nicht gestattet, auch kommerzielle Dienste handeln oft mit den Daten ihrer Nutzer. Facebook generiert pro Jahr Werbeeinnahmen in Höhe von fast sechs Milliarden US$, womit statistisch durch jeden Nutzer rund fünf US$ Werbeeinnahmen generiert werden. Google nimmt rund 50 Mrd. US$ pro Jahr durch die Vermarktung von Werbeflächen ein. Weiterlesen

Vernetzung

Bildquelle: Google

Bildquelle: Google

Quelle: NachDenkSeiten

Vernetzung gilt als positiver Begriff und Vernetzt-Sein anzustrebender Zustand. Auch die politische Linke hat sich diesen aus der Systemtheorie stammenden Begriff zu eigen gemacht. Götz Eisenberg rät zur Vorsicht.

„Alles ist miteinander vernetzt, aber die Entfernungen zwischen den Menschen werden immer größer.“

(Moritz Rinke)

Als ich dem Verleger meines letzten Buches davon erzählt hatte, dass ich am Abend einen bekannten Schriftsteller zu einer Lesung im Gefängnis erwartete, sagte er am Telefon zu mir: „Sie sind aber gut vernetzt.“ Ich erschrak. Ich würde nie auf die Idee kommen, mich als jemanden zu bezeichnen, der „gut vernetzt“ ist, und sagte dann nach einer kleinen Pause: „Nun ja, im Laufe der Jahre lernt man ein paar Menschen kennen.“ Weiterlesen

Seite an Seite mit Edward Snowden

Edward Snowdendieser 29-jährige Analyst hat gerade sein gesamtes Leben aufgegeben — seine Freundin, seinen Job und sein Zuhause — um das schockierende Überwachungsprogramm “PRISM” der US-Regierung aufzudecken. PRISM hat unsere E-mails, Skype-Nachrichten, Facebook-Posts und Telefonanrufe abgehört und aufgezeichnet. Und das über Jahre hinweg.

JetztUnterzeichnen

Als Bradley Manning diese Art von Daten an Wikileaks weitergeleitet hat, wurde er von den USA nackt in Isolationshaft gesteckt — unter Bedingungen, die von der UNO als “grausam, unmenschlich und entwürdigend” bezeichnet wurden.

Die Behörden und die Presse entscheiden derzeit, wie sie mit den Skandal umgehen werden. Wenn Millionen von uns Edward in den nächsten 48 Stunden zur Seite stehen, machen wir damit eine deutliche Aussage: Die USA sollten Edward wie einen mutigen Whistleblower behandeln und nicht gegen ihn, sondern gegen PRISM vorgehen. Weiterlesen