Tag Archives: Libyen

“Body Count – Opferzahlen nach 10 Jahren Krieg gegen den Terror”

Quelle: “Body Count – Opferzahlen nach 10 Jahren Krieg gegen den Terror” [PDF – 1.6 MB]

Der “Krieg gegen den Terror” hat allein im Irak, Afghanistan und Pakistan zu 1,7 Millionen Todes-Opfern geführt. Das ist das Ergebnis des IPPNW-Reports “Body Count – Opferzahlen nach zehn Jahren Krieg gegen den Terror”. “Präzisionswaffen ändern nichts am hohen Prozentsatz getöteter Zivilisten in asymmetrischen Kriegen”, erklärt IPPNW-Vorstandsmitglied Dr. Jens Wagner. Der Einsatz von Phosphorbomben, Streumunition, DIME- und Uranmunition sowie das brutale Vorgehen der Besatzungstruppen zum Beispiel in Fallujah und Basrah zeigten das unmenschliche Gesicht des Krieges.

Die Autoren Joachim Guilliard, Lühr Henken und Knut Mellenthin haben für den Report systematisch wissenschaftliche Studien über die Toten auf beiden Seiten der Kriege im Irak, Afghanistan und Pakistan zusammengestellt und aktualisiert. Für diese Länder ziehen sie eine Bilanz über den humanitären Preis des Krieges. Weiterlesen

Statt Völkerrecht Mord und Totschlag – NATO fälscht Bilanz des Libyen-Krieges

Wolfgang Gehrcke

Zur Bilanz des Libyen-Kriegs erklärt Wolfgang Gehrcke, Mitglied des Parteivorstands der LINKEN:

Für die NATO ist der Libyen-Krieg ein „großer Erfolg“. Für die Bundesregierung, obwohl sie im Weltsicherheitsrat nicht zugestimmt hatte, ebenfalls. Westerwelle traut sich nicht, dem allgemeinen Jubel entgegen zu treten und über die Ermordung von Gaddafi zeigt sich die westliche Politikerkaste peinlich berührt, aber doch erleichtert.

Die Wahrheit sieht anders aus: Im Libyen-Krieg verloren zwischen 40.000 und 80.000 Menschen ihr Leben. Angeblich sollten, so die Resolution des Weltsicherheitsrates, die Luftangriffe dem Schutz der Zivilbevölkerung dienen. Tatsächlich wurden Tausende Menschen hingemordet. Angeblich sollte Libyen entmilitarisiert und die Lieferung von Waffen unterbunden werden. Tatsächlich verbreitet der fast ungehinderte Zugriff auf Waffen weltweit Sorgen. Zu den in Libyen aufgefundenen Waffen gehören auch deutsche Sturmgewehre der Firma Heckler & Koch. Es ist davon auszugehen, dass binnen kurzer Zeit auf den Kriegsschauplätzen in aller Welt Waffen aus Libyen auftauchen. Weiterlesen

Die Nato zerstört, von handfesten Interessen und vom Geist rücksichtsloser Gewalt geleitet, die Menschen leiden.

NATO

Quelle: NachDenkSeiten

Die Linke wurde auch wegen ihrer Ablehnung der militärischen Intervention der NATO als radikal gescholten. Dabei gäbe es gute Gründe für ein breites Parteienbündnis in Deutschland, sich wegen der Entwicklung der NATO hin zu einem Kriegsführungsbündnis Sorgen zu machen.

Es gäbe auch gute Gründe, den Menschen verachtenden Zynismus und den imperialen Charakter der neuen NATO, wie sie im Falle der Intervention in Libyen wieder einmal sichtbar wurde, zu beklagen und dagegen anzugehen. Albrecht Müller.

Eigenartige Vorgänge

Deutschland hat sich an der Intervention in Libyen zumindest nach öffentlichen Erklärungen nicht beteiligt. Aber unsere Regierung hat zugelassen, dass der Rest der NATO auch in unserem Namen nach reaktionärem Schema rücksichtslos waltet. Die NATO wird beherrscht vom Geist des französischen Präsidenten, des britischen konservativen Premiers und des konservativen NATO-Generalsekretärs Rasmussen. Diese haben in Libyen Städte und Siedlungen zerstören lassen; das Leiden der Menschen interessiert nicht, die weitere Entwicklung wohl auch nicht. Und sie waren geleitet von nationalen Interessen im Hintergrund. Über einen Teil dieser Interessen in Afrika klärt ein Bericht in einem österreichischen Organ mit dem Titel „Visionär und Tyrann: Die zwei Gesichter Gaddafis“ einigermaßen differenziert auf. Siehe dazu Anlage A.

In den Anlagen B, C und D sind Beiträge aus Spiegel online zusammengestellt, die ein Licht auf die Zerstörungen in Libyen, auf den Umgang mit den Anhängern Gaddafis und die vermutliche weitere Entwicklung werfen. In Libyen soll jetzt die Scharia gelten, heißt es dort.
Mit diesem kleinen Beitrag will ich anregen, zu beobachten welchen Weg die Nato künftig weiter geht. Die am Wochenende formulierte Programmatik der Linken müsste vermutlich Allgemeingut werden, wenn wir von der früheren und richtigen Position des bewussten Gewaltverzichts noch etwas retten wollen.

Anlagen

Visionär und Tyrann: Die zwei Gesichter Gaddafis

24. Oktober 2011  

Gaddafis Geburtsort Sirt

Leben in einer toten Stadt

Aus Sirt berichtet Barbara HardinghausDer Diktator ist getötet, doch was bringt das den einfachen Menschen in Sirt, der Geburtsstadt und dem Todesort von Gaddafi? Inmitten von Müll, Trümmern und toten Tieren ziehen vor allem viele Arme rastlos wie Geister durch die Ruinen – und fürchten sich vor der Nacht.
Quelle: Spiegel

23. Oktober 2011  Nach Gaddafis TodIn Libyen soll jetzt die Scharia gelten

Libyen feiert: Der Übergangsrat des Landes erklärte die Gaddafi-Ära drei Tage nach dessen gewaltsamem Tod offiziell für beendet. Auf den Straßen bejubelten die Menschen die neue Zeit. Künftig soll in dem Land das islamische Recht die Grundlage aller Gesetze sein.
Quelle: Spiegel

24. Oktober 2011  Sirt Menschenrechtler berichten von Massaker an Gaddafi-Anhängern

Auf einem Hotelgelände in der libyschen Stadt Sirt sind 53 Leichen gefunden worden. Bei den Toten soll es sich laut der Menschenrechtsorganisation “Human Rights Watch” um Gaddafi-Getreue handeln. Sie fordert vom Übergangsrat eine Untersuchung des Vorfalls.
Quelle: Spiegel

Steueroase Deutschland

Schweiz begünstigt Steuerflucht, Deutschland auch.

Quelle: German Foreign Policy

Die Bundesrepublik ist eines der größten sogenannten Steuerparadiese der Erde. Dies belegen Recherchen einer internationalen Nicht-Regierungsorganisation. Wie aus einer aktuellen Publikation des „Tax Justice Network“ hervorgeht, belegt Deutschland den neunten Platz auf der Rangliste der 73 bedeutendsten Schattenfinanzplätze weltweit. „Zweifellos“ sei es ein „Bestimmungsort für umfangreiche Geldströme aus aller Welt, welche die Steuer umgehen wollen oder aus anderen dunklen Kanälen stammen“, urteilt das Netzwerk. Tatsächlich wird die Bundesrepublik schon lange wegen unzureichender Maßnahmen gegen Geldwäsche und umfassender Finanzdienstleistungen für Diktatoren kritisiert. Zudem profitieren deutsche Kreditinstitute von der Kapitalflucht aus Krisenländern der Eurozone wie Griechenland und locken etwa Kunden aus der Schweiz mit der Zusicherung, das deutsche Bankgeheimnis werde gegenüber den Schweizer Behörden zuverlässig gewahrt. Weiterlesen