Schlagwort-Archiv: Prekäre Arbeitsverhältnisse

Lagerwahlkampf? Keineswegs, wir haben ein Einparteiensystem mit vier Flügeln, meint Oskar Lafontaine in einer lesenswerten Analyse.

Oskar Lafontaine PT in Erfurt

Oskar Lafontaine PT in

Wenn Sie sich Klarheit über die Komödie des kommenden Bundestagswahlkampf verschaffen und damit eine der großen Manipulationen durchschauen wollen, dann tun sie gut daran, einen Artikel von Oskar Lafontaine zu lesen, der heute in der „jungen Welt“ erschienen ist. Ich jedenfalls habe trotz meiner sonstigen Skepsis noch einiges dazugelernt. Auch Journalistinnen und Journalisten ist die Lektüre dieses Beitrags dringend zu empfehlen, wenn sie im Bundestagswahlkampf den Durchblick behalten wollen. Albrecht Müller.

Lagerwahlkampf

von Oskar Lafontaine

In den kommenden Monaten wird in Deutschland eine Komödie aufgeführt. Das Stück heißt Lagerwahlkampf. Die Hauptdarsteller sind Merkel und Steinbrück. In den Nebenrollen sehen wir Seehofer, Gabriel, Rösler, Trittin und das übrige Führungspersonal von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen. Für die Linke ist in dieser Revue eigentlich kein Auftritt vorgesehen. Mit Hilfe des Verfassungsschutzes, der Konzernmedien und der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wird alles versucht, die unbequeme Partei vom Laufsteg des Kapitalismus zu vertreiben. Weiterlesen

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Ein Drittel der Erwerbstätigen unter 35 Jahren ist prekär beschäftigt

Quelle:  Telepolis

Nach einem Bericht der IG Metall nehmen für die jungen Menschen prekäre Beschäftigung und damit Unsicherheit zu

Die Krise, so steht es zu vermuten, wird Deutschland noch einholen, wenn der Export aufgrund der Rezession und der Sparmaßnahmen in den verschuldeten Ländern weiter einbricht, wie viele befürchten. Noch aber boomt die Wirtschaft. Dennoch stellt eine Studie der IG Metall fest, dass viele jungen Menschen keinen festen Arbeitsplatz finden. Zwar ist die Arbeitslosigkeit der jungen Menschen im Vergleich zu Griechenland, Portugal oder Spanien gering, aber fast jeder Dritte der Menschen unter 35 Jahren arbeitet befristet, ist in Leiharbeit oder in einer ABM-Maßnahme, so die IG Metall.

Die IG Metall hat zum dritten Mal im Juni des Jahres eine repräsentative Umfrage unter 1000 jungen Erwerbstätigen unter 35 Jahren und 800 Personen über 35 Jahren von Infratest durchgeführt. Danach gaben noch mehr der jungen Menschen als im Jahr zuvor an, dass sie 2011 „ungewollte Einschnitte und Brüche“ wie Arbeitslosigkeit, Leiharbeit oder Arbeitsplatzwechsel erlebt hatten. Prekäre Beschäftigung haben nun 32 Prozent der jungen Menschen in ihrem bisherigen Leben erfahren, 2009 waren es noch 28 Prozent. „Etwa jeder Dritte hat keinen Ausbildungsplatz in seinem Wunschberuf und jeder vierte Befragte hatte Probleme, überhaupt einen Ausbildungs- oder Studienplatz zu finden. Das führt beispielsweise dazu, dass junge Menschen sich eine Tätigkeit suchen, die unter dem eigenen Qualifikationsniveau liegt“, so die IG Metall.   weiterlesen…

Prost Armut!

Quelle: Junge Welt

Ralf Wurzbacher
 
Deutschland ist europäischer Spitzenreiter bei der Ausbreitung von Armut. Im Zeitraum zwischen 2004 und 2009 sind in keinem anderen EU-Staat die existentiellen Nöte bei Erwerbstätigen und Arbeitslosen rascher gewachsen als hierzulande. So lautet das Ergebnis einer Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, über die in der aktuellen Ausgabe der Verbandszeitschrift Impuls berichtet wird. Für den Sozialwissenschaftler Eric Seils ist die Entwicklung ursächlich verbunden mit der Einführung der Hartz-IV-Gesetzgebung, die seinerzeit im Rahmen der »Agenda 2010« von der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder (SPD) ins Werk gesetzt wurde. Seither hat sich vor allem die Lage der Erwerbslosen drastisch verschlechtert von ihnen lebten vor drei Jahren fast drei Viertel unterhalb der Armutsgrenze. Weiterlesen

Bachelor und Master machen krank

Quelle: dielinke.SDS

Einer neuen Studie zu folge ist durch die Einführung des Bachelor/ Master die Anzahl der Burnout-Erkrankungen unter Studierenden drastisch gestiegen. Der weiterhin steigende Leistungs- und Konkurrenzdruck macht immer häufiger krank.

Eine Befragung der psychologischen Berater der Studentenwerke in 14 Bundesländern im Rahmen einer Studie von Doreen Liebold, TU Chemnitz, hat ergeben, dass eine Mehrheit der Berater in den vergangenen Jahren einen „deutlichen Anstieg von Burnout im Engeren Sinne“ sehen. 83 Prozent der psychologischen Berater von Studentenwerken stellen eine allgemeine Überlastung und die Zunahme von psychischer Erschöpfung bei Studierenden fest. Die Ursache ist demnach die Umstellung auf das Bachelor-Master-Studium, erhöhte Arbeitsdichte und der Mangel an inhaltlichen Freiräumen im Studium.

Kaum verwunderlich, angesichts des stark angestiegenen Leistungs- und Konkurrenzdrucks in und außerhalb der Hochschulen, meint Anne Geschonnek, Bundesvorstand des Studierendenverbandes DIE LINKE.SDS: „Wer sein Studium heute nicht mehr in den häufig kaum einhaltbaren Regelstudienzeiten schafft, bekommt zunehmend Druck von den Hochschulen und Finanzierungsprobleme, weil das BaFög oder ein Stipendium nicht verlängert werden. Außerdem sind durch den Bolognaprozess die Stundenpläne so verschult geworden, dass kaum mehr Freiräume bleiben. Kein Wunder, dass das immer mehr krank macht.“

Darüber hinaus haben es die Verantwortlichen in der Politik versäumt, die Hochschulen für die steigenden Studierendenzahlen und die Doppeljahrgänge auszustatten. Gerade erst korrigierte die Kultusministerkonferenz ihre Prognosen der Studienanfängerzahlen der kommenden Jahre um rund eine Dreiviertel Million nach oben. Für die Studierenden bedeutet dies eine massive Verschlechterung der Studienbedingungen, aber auch eine steigende Konkurrenz – um einen Studienplatz, einen Platz im Seminar, Hörsaal, der Bibliothek, für ein Master-Studium oder bezahlbaren Wohnraum.

Paula Rauch, Geschäftsführerin des DIE LINKE.SDS: „CDU, FDP, SPD und Grüne haben die Hochschulen gegen die Studierenden reformiert. Bachelor und Master-Studium wurden im Interesse der Wirtschaft eingeführt, mit dem Ziel der Kostensenkung.

Die Auswirkungen sind auch deshalb katastrophal, weil auch immer mehr AkademikerInnen nach dem Studium prekäre Beschäftigung droht. Wer keinen sehr guten Master-Abschluss hat, dem drohen schlecht bezahlte Teilzeit- und befristete Arbeit oder kaum bezahlte Praktika.

Der Arbeitsdruck muss wieder gesenkt und der Inhalt des Studiums stärker den Studierenden überlassen werden. Jeder Bachelor-Studierende muss Rechtsanspruch auf einen Master-Platz haben.

Rauch weiter: „Wir brauchen eine grundsätzliche Veränderung des Bachelor-Master-Studiums, die sich an den Interessen der Studierenden orientiert. Die Wirtschaftsvertreter müssen aus den Universitätsgremien verbannt und das Prinzip der Kostensenkung durch das Ziel einer guten wissenschaftlichen Bildung ersetzt werden.“