Tag Archives: Spanien

„Podemos“ heißt „Wir können“

Pablo Iglesias - Parteivorsitzender der Partei Podemos in Spanien

Pablo Iglesias – Parteivorsitzender der Partei „Podemos“ in Spanien

Quelle: Deutschlandradio

Die griechische Wahl vor einer Woche soll auch Vorbild sein für Spanien. So wünscht es sich zumindest die neue linksalternative Basisbewegung „Podemos“, die die spanische Politik seit einem Jahr aufmischt.

Der Parteichef von „Podemos“, der 36-jährige Politikprofessor Pablo Iglesias, und der griechische Syriza-Chef und frischgebackene Ministerpräsident Alexis Tsipras verstehen sich schon mal bestens.

2015 ist ein Superwahljahr in Spanien. Im Mai werden die Gemeinderäte und 13 Regionalregierungen gewählt. Im Herbst stehen die Parlamentswahlen an. Dabei sieht es ganz nach einem radikalen Politikwechsel aus, zumindest aber zeichnet sich das Ende des Zwei-Parteien-Systems für Spanien ab.

„Podemos“ überflügelt nur zehn Monate nach der Parteigründung die etablierten Parteien – hat 28 Prozent Zustimmung bei den Menschen in Spanien bei knapp 300.000 Mitgliedern. Die Sozialisten und die Konservativen, die die neue Bewegung anfangs nur belächelt haben, kriegen langsam Angst.

Nach der großen „Podemos“-Demo in Madrid – Erfolgschancen im Wahljahr?MP3

  1. Februar 2015, 18:35 Uhr

Autor: Sulzmann, Daniel
Sendung: Weltzeit

Spanien – Mit Vollgas in die Pleite

Flagge - Spanien

Flagge – Spanien

Quelle: Wirtschaftswoche

Spanien erlebt eine beispiellose Schuldenorgie. Regierung und Notenbank verheimlichen den wahren Zustand des Bankensystems. Wachstum auf Pump, am Ende bleiben nur Schulden. […]
2007 lag die spanische Staatsschuldenquote bei nur 37 Prozent der Wirtschaftsleistung. Ende 2013 hatte der Wert schon 94 Prozent erreicht. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung war Spanien nie auf Sparkurs. Im Februar erreichten die spanischen Staatsschulden 987 Milliarden Euro oder 96,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Allein im Februar stiegen die Staatsschulden um 8,13 Milliarden Euro, im Monatsvergleich ein Plus von acht Prozent. Für 2014 wird ein Budgetdefizit von 60 Milliarden Euro oder 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet. Auf die Reaktion aus Brüssel darf man gespannt sein.
Defizitwirtschaft für vielleicht 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum – ein Stück aus dem Tollhaus.

Anmerkung JB: Da fragt man sich nur, wann es auch bis zum „Tollhaus“ Wirtschaftswoche durchdringt, dass ein politisch verordneter „Sparkurs“ nicht dazu führt, dass die Staatsfinanzen saniert werden können. Im Gegenteil. Nicht entgegen, sondern wegen der „Sparkurses“ steckt Spanien nun in der Schuldenfalle.

Suppenküchen für Spaniens Mittelschicht

flagge-spanienQuelle: SPON

Majid Mnissar aus Madrid hat viel verloren. Zuerst wurde der Mechaniker 2009 krisenbedingt seinen Job los, später auch die Wohnung. Jetzt geht der dreifache Vater mit seiner Familie regelmäßig zur Suppenküche.

Die Familie Mnissar ist nur eine von vielen in Spanien, die noch immer massiv unter der schweren Wirtschaftskrise des Landes leiden. Wie gravierend die sozialen Folgen sind, ist vor allem in Madrids Stadtteil Tetuan zu beobachten. In diesem Arbeiterviertel hat die Krise zahlreiche Bürger kalt erwischt, die früher alles zum Leben hatten – und heute sehr wenig. Oft fehlt sogar das Geld, um Essen zu kaufen.

Im vergangenen Jahr schlossen sich in Tetuan daher mehr als 30 Familien zusammen und gründeten auf eigene Faust eine Suppenküche, darunter Mnissar. Die Familien sammeln vor Supermärkten Essensspenden und helfen bei der Ausgabe. Mehr als hundert Menschen sind Teil dieses Projekts. Nachdem Majid Mnissar seinen Job verloren hatte, hielt seine Frau Toni Trigo die Familie mit ihrem Job als Altenpflegerin zunächst über Wasser. Doch sie verdiente nur 690 Euro im Monat, zu wenig, denn allein die Miete kostete 650 Euro im Monat. Dann verlor auch Trigo ihren Job.
Die Familie wurde aus ihrer Wohnung geworfen. Inzwischen ist Trigo mit ihrem Mann und ihren Kindern bei ihren Eltern eingezogen – sie wohnen zu siebt in einer Zweizimmerwohnung. Mehrmals in der Woche gehen sie zur Essensausgabe, verteilen Flugblätter und bitten vor Läden um Spenden. “Es ist nicht leicht vor einem Supermarkt zu warten und Menschen um Hilfe zu bitten”, sagt Mutter Trigo. Doch nur so habe die Familie etwas zu essen auf dem Tisch.

Na, Ihr Pseudochristen in der CDU/CSU – vergesst ja nicht, an Ostern Buße zu tun für die Menschenleben, die Ihr Eurer Austeritätsideologie opfert

CDUQuelle: NachDenkSeiten

Was jetzt in einer Studie der Fachzeitschrift „Lancet“ berichtet wird, konnte man alles wissen: in Folge der sinnlosen weil erfolglosen Sparversuche mit der Krise wird bei der Gesundheitsversorgung gespart, Menschen verzweifeln wegen Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit, die Selbstmordrate unter Rückgriff auf Drogen steigt. SpiegelOnline berichtet unter der Überschrift „Euro-Krise kostet Menschenleben“ über die Ergebnisse der Studie. Albrecht Müller.

Die Studie bestätigt, was auch die Verantwortlichen in Berlin und in Brüssel wissen konnten. Zitate aus Spiegel online:

Wegen rigider Sparpolitik haben viele Bürger in EU-Krisenländern keinen Zugang zu medizinischer Versorgung mehr. Einer Studie der Fachzeitschrift “Lancet” zufolge breiten sich Infektionskrankheiten in bislang unbekanntem Ausmaß aus, die Zahl der Selbsttötungen steigt rapide. … Weiterlesen