Tag Archives: Spekulanten

Die beiden Seiten der Zocker-Medaille

notleidende  BankenVerantwortlich:

In den vergangenen Wochen beherrschte die Causa Hoeneß maßgeblich die Medienlandschaft, wobei man sich auf die Frage der Steuerhinterziehung konzentrierte. Zusammenhänge, die sich hinter diesen Fakten verbergen, stellte jedoch kaum jemand her. So wurde der nunmehrige Ex-FC-Bayern-Präsident in einem Schnellprozess wegen der Hinterziehung von 28,5 Mio. Euro Steuern verurteilt, die – wenngleich nicht gerichtsrelevante – Frage nach Spekulationsgewinnen und -verlusten sowie deren jeweilige, ursächliche Herkunft blieb unbeachtet. Hinter dem Betrag an nichtgezahlten Steuern stehen jedoch erheblich höhere Beträge an Spekulationsgewinnen. Von Lutz Hausstein[*].

Das Geld ist nicht weg …

Angesichts des Ausgangskapitals von 20 Mio. DM ist der zeitweise Kontostand des Hoeneß´schen Zockerkontos von 150 Mio. Euro schon beträchtlich. In der Zwischenzeit kursieren sogar Meldungen, welche von bis zu 400 Mio. Euro sprechen. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache sollte man beginnen, Überlegungen nach der Herkunft des Differenzbetrags anzustellen. Denn unabhängig vom Breitengrad des jeweiligen Spekulationsstandortes sind weder aus der gemäßigten Klimazone noch den Tropen oder den Subtropen bisher biologische Gewächse bekannt, an denen Früchte mit Geldscheinen oder Goldstücken eine natürliche Entwicklung nehmen würden. Oder anders ausgedrückt: Geld wächst nicht auf Bäumen. Die Gewinne des Einen basieren zwingend auf Verlusten eines anderen oder mehrerer anderer.

… es hat jetzt nur ein And´rer

Diese so simple Erkenntnis scheint jedoch in den öffentlichen, aber auch den rein privaten Betrachtungen bei der Anhimmelung von Spekulationsgewinnern, sei es nun aus Währungs-, Zins-, Immobilien- oder Rohstoffspekulationen, regelmäßig ausgeblendet zu werden. Kein Gewinner ohne Verlierer. Dies gilt völlig unabhängig von den Umständen, die den Gewinner überhaupt erst zum Gewinner gemacht haben. Sei es genutztes Insiderwissen, sei es eine Überlegenheit infolge technischer Hilfsmittel, die trotz nur mikroskopisch kleiner Varianzen (ab Min. 6:02) zu exorbitanten Unterschieden im Ergebnis führen können oder einfach nur aufgrund von Glück, Zufall oder Fachkenntnissen. Abseits all dieser Umstände steht die Erkenntnis, dass mit Spekulationen keine realen Werte geschaffen werden, sondern nur die schon existenten umverteilt. Während die einen also, teils erhebliche, Gewinne realisieren, verlieren andere im Gegenzug denselben Betrag.

Systemrelevanz schlägt Marktgesetze

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Casinokapitalismus

Quelle: Deutschlandradio [MP3]

Bankenschwindel: Wie aus der Finanz- eine Schuldenkrise gemacht wurde

Bildquelle: Google

Quelle: Cicero

Es ist der wohl größte PR-Coup der Geschichte: Die Banken haben sich aus der Schusslinie genommen, indem sie aus der Finanz- eine Staatsschuldenkrise machten. Die Politik zieht daraus die falschen Schlüsse. Jetzt aber wird die Kritik an Merkels Spardiktat immer lauter.

Rückblende aufs Frühjahr 2010, im dritten Jahr der Finanzkrise: Ganz offen spekulieren Banker, Politiker und Journalisten wochenlang über eine bevorstehende Pleite Griechenlands. Selbst ein Rausschmiss aus der Eurozone ist kein Tabu mehr. Der griechische Finanzminister muss ständig steigende, horrende Zinsen bieten, um überhaupt noch neue Kredite zu bekommen.

Da meldet sich in Berlin bei Bundeskanzlerin Angela Merkel ein vertrauter Gesprächspartner, Josef Ackermann, der Chef der mächtigen Deutschen Bank, mit einer überraschenden Offerte.   weiterlesen…

Schatzbriefe zum Nulltarif – Die Spekulation mit der Angst

Logo EZB

Quelle: NachDenkSeiten

Das gab es noch nie. Bei der gestrigen (24.05.12) Versteigerung von zweijährigen Bundesschatzbriefen mit einem Kupon von 0,0% konnte die Finanzagentur ein Rekordergebnis erzielen.

Gegen einen Abschlag von 0,07% kann sich der Bund nun 4,5 Milliarden Euro zinslos von privaten Investoren leihen. Marktbeobachter gehen bereits davon aus, dass in den nächsten Monaten für deutsche Staatsanleihen sogar Negativzinsen erzielt werden könnten. Was vordergründig ein Grund zur Freude ist, weist jedoch auf eine tiefe Verwerfung des Finanzsystems hin. Offenbar spekulieren die Finanzinstitute auf einen Kollaps der Eurozone – anders ist die Flucht in den sicheren Hafen „Bundesschatzbrief“ nicht zu erklären. Von Jens Berger

Der bei Politikern beliebte Satz vom vermeintlich fehlenden Vertrauen der „Finanzmärkte“ in den Staat sollte nach den jüngsten Entwicklungen auf den Märkten für Staatsanleihen endgültig auf dem – mittlerweile überbelegten – neoliberalen Phrasenfriedhof begraben werden. Der deutsche Staat leiht sich mittlerweile Geld, ohne dass er dafür Zinsen zahlen muss. Bei Geldmarktpapieren mit sechsmonatiger Laufzeit (Schatzwechsel) konnte der Bund bereits vor einigen Wochen eine Negativrendite von 0,01% erzielen – die Gläubiger geben dem Bund also de facto Geld, damit sie ihm noch mehr Geld leihen können. Für die langfristigen zehnjährigen Anleihen zahlt der Bund momentan 1,77% Zinsen. Das ist niedriger als die Zielinflation und entspricht somit einem negativen Realzins. Auch die heute versteigerten zweijährigen Anleihen mit einem Kupon von 0,0% reihen sich nahtlos in den Trend ein, der an den Sekundärmärkten vorgegeben wird. Weiterlesen