Tag Archives: „Zwickauer Zelle“

Das Terror-Trio – Warum die Behörden versagten

Quelle: youtube

Quelle: arte

Wiederholungen:
29.11.2012 um 11:00
04.12.2012 um 10:35
Das Terror-Trio
(Deutschland, 2012, 30mn)
MDR
Regie: Inga Klees, Marcus Weller

Wie konnte die rechtsextremistische Terrorzelle, die sich selbst „Nationalsozialistischer Untergrund“, abgekürzt „NSU“, nannte, 13 Jahre lang in Deutschland rauben, bomben und morden? Die Antwort auf diese Frage ist beklemmend. Obwohl bis heute nicht vollständig geklärt ist, wie groß das braune Netzwerk wirklich war, wer half, wer Bescheid wusste oder wer die Aktionen deckte, steht Eines bereits fest: Die Täter hätten gestoppt und die Morde verhindert werden können. Weiterlesen

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Untersuchungsausschuss zu NSU-Morden: Schwere Vorwürfe gegen Berliner Behörden

Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos

Quelle: SZ

Die NSU-Ermittlungen haben ein neues pikantes Detail ans Licht gebracht: Jahrelang soll Neonazi Thomas S. der Berliner Polizei Hinweise über das NSU-Trio und sein Umfeld geliefert haben. Von 2000 bis 2011 war er Informant des Berliner LKA. Früher einmal soll er ein “Techtelmechtel” mit Beate Zschäpe gehabt und der Terrorgruppe Sprengstoff geliefert haben.

Anmerkung WL: Es wird nicht nur immer deutlicher, dass die Geheimdienste vertuschen. Und das hat wohl auch seine Gründe: Es wird immer klarer, dass diese „Dienste“ eher mit der rechtsextremen Szene kollaborierte als dass sie diese beobachtete. Siehe dazu auch „Der tiefe Staat“: Die bisherige Aufarbeitung des NSU-Komplexes läuft unter dem Label „Behördenversagen“. Die betroffenen Institutionen stellen die persönliche Schuld einzelner heraus, aber das Vorenthalten von Informationen, die gezielte Vernichtung relevanter Akten, das Schreddern, Mauern und Vertuschen sowie die unheilvolle Praxis, Nazis für Informationen mit Geld zu sponsern, werfen die Frage nach dem System und dem Motiv dahinter auf.

Gestellt wird diese Frage jedoch verblüffend selten…Die Fakten aber sprechen dafür, dass wir es gleichwohl nicht mit einem singulären, auf den NSU begrenzten Versagen Einzelner zu tun haben, sondern dass sich auf unterschiedlichen Ebenen, von der kleinen Kommune bis zu den Verfassungsschutzämtern, von der Polizei bis zu den Gerichten, Mechanismen als festes Handlungsmuster ausgeprägt haben, die dabei sind, die Fundamente unserer Verfassung zu untergraben. Es geht dabei um den ignorierten rechten Hintergrund von Tötungsdelikten, um geschönte Zahlen rechter Straftaten, um ritualisierte rechte Gewalt, die von der Polizei weder unterbunden noch als solche geahndet wird.

Bildquelle

Der Untergrund des NSU war ein Aquarium der Geheimdienste

Fahndungsfoto Zwickauer Zelle

Fahndungsfotos der Mitglieder der sogenannten Zwickauer Zelle – Fotoquelle: rotefahne.eu

Quelle: NachDenkSeiten

Hartnäckig wird die Legende aufrechterhalten, dass die im Jahr 1998 abgetauchten Neonazis ›spurlos‹ verschwunden seien und man seitdem keine “heiße Spur” gehabt hätte. Das widerspricht allen Fakten, die bislang an die Öffentlichkeit gelangt sind.

Fasst man die auszugsweise gewährten Einblick in das Leben derer, die »spurlos« verschwunden sind, zu denen über 13 Jahre keine »heiße Spur« geführt haben soll, zusammen, lässt sich eines sicher sagen: In der Geschichte des ›Untergrundes‹ gibt es nicht viele Gruppen, deren Untergrund so transparent war, wie der des NSU. Es war ein Aquarium, in dem die NSU-Mitglieder wie Goldfische gehalten wurden. Der Verfassungsschutz tappte nicht im Dunklen – er saß quasi am Küchentisch des NSU. Von Wolf Wetzel. Weiterlesen

„Made in Thüringen?“ – Nazi-Terror und Verfassungsschutz-Skandal

Bericht von Salve-TV zur aktuellen Publikation zu Neonazi-Terror und Verfassungsschutz-Skandal.

Kurztext: Zehn Morde, mehrere Sprengstoffanschläge und zahlreiche Banküberfälle gehen auf das Konto des »Nationalsozialistischen Untergrundes«. Die Täter waren keine isolierte Zelle, sondern fest in organisierte Strukturen der Neonazi-Szene eingebettet. Der Staat hat bei der Bekämpfung dieser Strukturen versagt – war er auf dem rechten Auge blind?

Leseprobe:
www.vsa-verlag.de-Ramelow-Made-in-Thueringen.pdf253 K

Der regionale Sender Salve TV (Erfurt/Weimar) hat einen Filmbeitrag zum dem Buch gedreht, der auf der Seite DIE LINKE.Fraktion im Thüringer Landtag angeschaut werden kann.

13 Jahre hat die polizeibekannte Neonazi-Gruppe aus dem Untergrund Morde begangen. Sie agierte vor dem Hintergrund rassistischer Einstellungen in der Gesellschaft und entstand in den 1990er Jahren in einer Hochphase der neo­nazistischen Straßenmobilisierung und des Strukturaufbaus. Unter den Augen der Behörden, zum Teil mit deren Duldung und Förderung, konnten Neonazis Netzwerke aufbauen, die bis heute wirken. Trotz Fahndung konnten die rassistischen Mörder unerkannt bleiben. Stattdessen wurden die Täter im Umfeld der Opfer oder in der organisierten Kriminalität gesucht.

»Wir wollen mit diesem Buch auf das Entstehen des braunen Terrors, dessen Unterstützer aus dem Thüringer Heimatschutz, den Neonazi-Kameradschaften, der NPD und dem internationalen Neonazi-Netzwerk Blood & Honour sowie auf das jahrelange Wegschauen von Verantwortlichen in Politik und Sicherheitsbehörden und den Rassismus aufmerksam machen, der zu mindestens 182 Toten seit 1989 führte. Wir wollen das dubiose Handeln der Geheimdienste ins Licht der Öffentlichkeit zerren und die bisherigen Bemühungen um die parlamentarische Aufklärung resümieren … Und wir wollen politisches Handeln anmahnen und an die Opfer erinnern.«

(Aus dem Vorwort von Bodo Ramelow)